Kanban für Autoren – Mehr Struktur im Schreibprozess

Kanban für Autoren – Mehr Struktur im Schreibprozess

Als Self-Publisher haben Sie immer viel zu tun – Bücher schreiben, Lesungen organisieren, Ihre Social Media-Kanäle bespielen, Blogbeiträge verfassen und dazu müssen Sie auch noch Arbeit, Haushalt, Familie und Freunde unter einen Hut bringen. Damit das alles reibungslos klappt, sollten Sie Ihren Alltag, Ihre Aufgaben und Projekte strukturieren. Eine Möglichkeit dazu bietet “Kanban”.

Was ist Kanban?

Kanban ist eine Projektmanagementmethode, die vom Autohersteller Toyota erfunden wurde und zur Optimierung des Produktionsprozesses eingesetzt wird. Das Wort “Kanban” bedeutet dabei so viel wie “Signalkarte”, welche essentiell für diese Methode ist. Nach und nach fand Kanban auch in anderen Unternehmen Anwendung und wird vor allem gern in Softwareentwickler-Teams genutzt. Jim Benson entwickelte aus dieser Idee das “Personal Kanban”, mit dem jeder seine Arbeit organisieren kann.

Und so funktioniert’s: Ein Projekt wird in all seine Teilaufgaben gegliedert und jede dieser Aufgaben auf eine Karte oder Post-it geschrieben. Diese Karten werden anschließend auf einer Pinnwand, einer Tafel, einem Plakat, einem Whiteboard oder Ähnlichem den drei Spalten “zu erledigen”, “in Arbeit” und “erledigt” zu geordnet. Wird eine Teilaufgabe aus “in Arbeit” fertig gestellt, wandert die entsprechende Karte eine Spalte weiter zu “erledigt” und eine Aufgabe aus der “zu erledigen”-Spalte kann in die zweite Spalte übernommen werden. Aufgaben, die “in Arbeit” sind, sollten allerdings von Ihnen auf eine geringe Zahl von Teilaufgaben (z. B. vier) beschränkt werden, um eine Überlastung zu vermeiden. Die Spalten können nach den eigenen Anforderungen um mehrere Schritte erweitert werden. Zusätzliche Zeilen können entweder für weitere Projekte oder unterschiedliche Personen stehen. Das kann zum Beispiel auch durch verschieden farbige Karten gestaltet werden.

Neben der analogen Variante mit Board und Karten gibt es natürlich auch zahlreiche Kanban-Programme, die es Ihnen ermöglichen von jedem Ort aus, teils sogar per App, die Entwicklung Ihres Projekts nachzuverfolgen. Beispiele für (in der Basis-Version) kostenlose Kanban-Tools sind Trello, KanbanFlow, Kanboard und leankit.

Egal, ob Sie allein oder im Team Projekte bearbeiten wollen, mit der Kanban-Methode wissen Sie immer wer gerade an welchen Aufgaben arbeitet und behalten somit den Überblick – ein Grund, warum auch wir bei epubli gern Kanban verwenden.

“Mehr Struktur für das eigene Buchprojekt durch Kanban!”
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Buchprojekte mit Kanban strukturieren

Ein Buchprojekt umfasst viele Teilprozesse. Um diese auf einem Kanban-Board darzustellen, müssen Sie die Spaltenanzahl erweitern und anpassen. Die Spalten könnten beispielsweise lauten:

  • Planung
  • Formulierung & Überarbeitung
  • Gestaltung
  • Vertrieb

Da diese Benennung noch sehr grob ist, könnten die Spalten in folgende Sub-Spalten weiter differenziert werden:

  • Planung
    • Ideen
    • Strukturierung
    • Recherche
  • Formulierung & Überarbeitung
    • erster Entwurf
    • in Überarbeitung
    • fertiger Text
    • Korrekturlesen
    • im Lektorat/Korrektorat
    • finale Änderungen
  • Gestaltung
    • Layout
    • Buchsatz
    • Cover
    • eBook-Konvertierung
  • Vertrieb
    • Probedruck
    • Veröffentlichung

Je nachdem, wie viele Arbeitsschritte Sie haben, können Sie einzelne Schritte weglassen oder erweitern. Zum Beispiel braucht es wahrscheinlich mehrere Textentwürfe und Überarbeitungen bis ein Text fertig ist oder auch mehrere Durchgänge beim Korrekturlesen. Sie entscheiden wie detailliert Ihr Kanban-Board sein soll. Dabei müssen Sie für sich selbst definieren, welche Aktionen Sie durchführen müssen, um eine Teilaufgabe in die nächste Spalte verschieben zu können. Durch eine Gliederung in mehrere Zeilen oder die Verwendung verschieden farbiger Karten, können Sie einzelne Kapitel oder Szenen darstellen. Sollten Sie während der Projektbearbeitung Unstimmigkeiten in Ihrer Einteilung des Boards feststellen, können Sie diese jederzeit ändern und anpassen.

Mit Kanban die eigenen Blogbeiträge organisieren

Analog zum Buchprojekt, lassen sich mit Kanban auch Blogbeiträge organisieren. Denkbar wäre hier beispielsweise folgende Aufteilung der Spalten:

  • Ideen
  • Recherche
  • in Arbeit
  • fertiger Text
  • Gegenlesen/Überarbeiten
  • bereit zur Veröffentlichung
  • Veröffentlichung
  • Teilen
  • erledigt

Sammeln Sie in der ersten Spalte sämtliche Ideen für Blogbeiträge, die Ihnen aufkommen. Vielleicht wünschen sich Ihre Fans auch Beiträge zu bestimmten Themen? Je nachdem, ob Sie Ihre Blogposts selbst oder auch von anderen gegenlesen lassen, können Sie Ihre Spaltenanzahl bestimmen. Legen Sie außerdem fest, wie viele Beiträge mindestens und maximal “in Arbeit” sein sollten, um Sie optimal auszulasten. Es empfiehlt sich zudem immer ein paar Blogposts “bereit zur Veröffentlichung” zu haben, falls Sie einmal aus diversen Gründen keine Zeit zum Verfassen eines Beitrags finden. Nachdem Sie Ihren Blogbeitrag veröffentlicht haben, sollte Sie diesen die folgenden Tage auf Ihren verschiedenen Online-Kanälen streuen und bestenfalls den Erfolg überwachen.

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Quellen: t3n.de, Agile and Family Blog