Die Macht der Symbole

Die Macht der Symbole

Erinnern Sie sich noch an den Deutschunterricht in Ihrer Schulzeit, in dem Sie literarische Werke Wort für Wort analysieren mussten? Der Lehrer war stets davon überzeugt, dass sich hinter diesen ein tieferer Sinn verbirgt und so machten wir uns auf die Suche nach Symbolen und Doppeldeutigkeiten. Die Freude an der Literatur musste oftmals darunter leiden. Heute können Sie das Erlernte als Autoren jedoch nutzen, um Ihre eigenen Geschichten auszugestalten.

Was sind Symbole?

In der Literatur sind Symbole Zeichen, die neben ihrer eigentlichen Bedeutung etwas Weiteres repräsentieren. Ein Symbol kann zum Beispiel eine Person, eine Handlung, ein Objekt oder eine Situation sein. Als solches erkannt wird dieses jedoch nur, wenn dem Leser die Bedeutung bereits bekannt ist, beispielsweise aus anderen Werken. Besitzt der Leser den gleichen kulturellen Hintergrund, kann auch auf diese Weise der Sinngehalt eines Symbols assoziiert werden. Ein Kreuz steht allgemein zum Beispiel für das Christentum. Symbole können jedoch ebenso innerhalb eines Werkes entstehen und somit charakteristisch für dieses sein. So taucht im siebten Harry Potter-Band immer wieder das Zeichen der Heiligtümer des Todes auf, das, wie sich später herausstellt, eine sehr wichtige Rolle in der Geschichte einnimmt. Symbole können zudem nicht nur eine, sondern mehrere Bedeutungen haben bzw. auf verschiedene Weise interpretiert werden. Bleiben wir beim Beispiel von Harry Potter, so dient seine blitzförmige Narbe auf der Stirn anderen Personen als Erkennungszeichen. Außerdem steht sie für das Überleben, die Liebe seiner Eltern, die für ihn starben, sowie für Gefahr, da sie in Situationen im Zusammenhang mit Voldemort brennt.

“Verbessern Sie Ihre Geschichte durch die Macht der Symbole!”
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Wie verwende ich Symbole in meinem Roman?

Am besten können Sie Symbole in Ihren Roman integrieren, wenn Ihnen dieser bereits als Entwurf vorliegt. Das Thema Ihrer Geschichte soll sich selbst ergeben und nicht von vornherein nach bestimmten Symbolen verfasst werden. Unter gezwungenen Vorgaben droht die Gefahr, dass sich Ihre Geschichte nicht frei entfalten kann. Daher sollten Sie zunächst Ihre Geschichte verfassen und sich erst nach dem ersten oder zweiten Entwurf mit Symboliken befassen. Möglicherweise haben Sie nämlich bereits unterbewusst Symbole in Ihrem Roman verarbeitet. Suchen Sie daher gezielt nach diesen und erweitern Sie die vorhandenen Symbole oder fügen Sie welche hinzu. Beachten Sie jedoch dabei, dass stets Ihre Geschichte, die Handlungen und Charaktere im Vordergrund stehen und nicht die Symbole. Diese dienen lediglich dazu, Ihrer Geschichte mehr Tiefe zu verleihen und bilden das i-Tüpfelchen. Das Erkennen der verwendeten Symbole sollte nicht Voraussetzung zum Verstehen Ihrer Geschichte sein.

Wie oben beschrieben, können Symbole durch verschiedene Gegenstände, Personen, Eigenschaften oder Situationen repräsentiert werden. Dazu können Sie zum einen auf bereits etablierte Symbole zurückgreifen, z. B. steht eine weiße Taube für Frieden oder die Farbe Rot für Liebe, Leidenschaft, Blut oder Gefahr. Diese werden allgemein verstanden, können jedoch unter Umständen einen klischeehaften Eindruck beim Leser hinterlassen. Scheuen Sie sich aus diesem Grund nicht davor, Ihre eigenen Symbole zu entwickeln. Integrieren Sie bestimmte Symbole durchgängig in Ihre Geschichte und verleihen Sie dieser somit einen individuellen Charakter.

Warum verwende ich Symbole in meinem Roman?

Sie sehen, mit der Verwendung von Symbolen verleihen Sie Ihrer Geschichte mehr Tiefe und Bedeutung. Sie schlagen eine Brücke zwischen dem Thema und der Geschichte selbst und geben Ihren Lesern mehr Spielraum für Interpretation. Wenn Sie eine eigene Symbolik erarbeiten und diese immer wieder in Ihre Geschichte integrieren, wird diese für Ihre Leser unverwechselbar. Außerdem können Sie diese Symbolik beispielsweise in Ihrem Coverbild verarbeiten.

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Quellen: Humboldt State University, publishingcrawl, better novel project