4 Tipps zur Teilnahme am DSPP: Was Autoren beachten sollten

4 Tipps zur Teilnahme am DSPP: Was Autoren beachten sollten

Ein Gastbeitrag von Madeleine Puljic

Der Selfpublishing-Preis eröffnet unglaubliche Chancen, und das nicht nur für diejenigen, die bereits viel erreicht haben. Anders als bei Publikumspreisen, wo vor allem Verkäufe und eine große Fanbase über den Sieger entscheiden, zählt für den hochdotierten Jurypreis nur eines: die Qualität.

Dadurch ist er im Gegensatz zu den meisten anderen Selfpublishing-Preisen auch für diejenigen interessant, die noch ganz am Anfang stehen oder nur überschaubare Verkaufszahlen vorweisen können.

“Seit der Verleihung des Deutschen Selfpublishing-Preises hat sich sehr viel
für mich geändert – um nicht zu sagen: alles.”

Was bringt der Preis?

Reden wir nicht drum rum: 10.000 Euro sind ein ganzer Haufen Geld. Mehr, als so mancher Verlagsautor mit seinem Buch verdient, und genau das soll der Preis zeigen: Der Selfpublishingmarkt bringt Bücher hervor, die es an schriftstellerischer Qualität und Gestaltung durchaus mit Verlagstiteln aufnehmen können.

In meinem Fall habe ich das Preisgeld investiert, um mir mehr Schreibzeit zu erkaufen. Die werde ich auch bitter nötig haben, denn seit der Verleihung des Deutschen Selfpublishing-Preises hat sich sehr viel für mich geändert – um nicht zu sagen: alles.

Begonnen hat es mit einem Anstieg der Printbuch-Verkaufszahlen. Plötzlich verkaufte ich mehr Bücher über den stationären Buchhandel als Ebooks, was ich von meinen bisherigen Selfpublishing-Titeln nicht kannte. Die bisher immer so unüberwindbare Hürde begann zu bröckeln. Zwar lag das Buch nur in wenigen Buchhandlungen auf dem Verkaufstisch. Aber wo mir früher Leser berichteten, dass sie nur unter großem Überzeugungsaufwand mein Buch überhaupt bestellen durften, bestand plötzlich eine Bereitschaft, auch ein selbstverlegtes Werk anzubieten. Was mit Sicherheit zum großen Teil an der Kommunikation des Selfpublishing-Preises an den Buchhandel lag.

Zugleich nahm aufgrund des Status als Preisträgerin das Medieninteresse zu: Mehrere Zeitungen und Fachzeitschriften reagierten positiv auf meine Pressemitteilungen, Podcasts und Radiosender fragten ihrerseits um Interviews an. Auch die Phantastik-Bestenliste öffnete ihre Tore für Selfpublisher: Als erster selbstverlegter Titel landete »Noras Welten – Durch den Nimbus« in den Top 10, und seither haben es auch andere Selfpublishing-Titel auf die monatliche Bestenliste geschafft.

Wenig später erfüllte sich für mich der Traum, den wohl jeder Schriftsteller hegt: Mit dem Piper Verlag meldete sich einer der ganz großen Publikumsverlage und bekundete Interesse an dem Manuskript, das zuvor von Agenturen usw. abgelehnt wurde, weil es als zu experimentell galt.

“Selfpublisher müssen sich nicht hinter den Titeln großer Verlage verstecken!”

Inzwischen wurden alle meine Romanreihen von Verlagen aufgekauft. Und neben mehreren Projekten, mit denen ich wieder ins Selfpublishing eintauchen werde, sind bereits weitere Verlagsverträge für zukünftige Romane unterschrieben bzw. in Verhandlung. Ein großer Schritt für mich – aber auch für den Selfpublishing-Preis. Denn es beweist, wenn auch auf Umwegen, dass Selfpublisher sich eben nicht hinter den Titeln großer Verlage verstecken müssen, sondern oft genug völlig gleichwertig sind. Und das, gerade weil sie experimentell sind.

Selfpublisher können neue Wege erkunden, was Verlagen oft verwehrt bleibt. Wenn nun Verlage bestätigen, dass diese experimentellen Titel nicht nur in der Selfpublishing-Szene erfolgreich sind, hoffe ich, dass auch der Buchhandel sich offener für selbstverlegte Bücher zeigt – und den nächsten Preisträgern umso mehr Aufmerksamkeit schenkt.

“4 Tipps – Das sollten Autoren bei der Teilnahme am #dspp18 beachten!”
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Meine Tipps für eure Bewerbung

Wie gesagt, ist es beim Deutschen Selfpublishing-Preis die Qualität eures Buches, die entscheidet. Deshalb solltet ihr darauf besonderen Wert legen.

Stimmt der Inhalt?

Kritische Testleser helfen, die Schwachpunkte im Manuskript aufzuspüren. Gibt es langweilige Passagen, stimmt die Logik der Geschichte? Wirkt der Held unsympathisch, sind die Handlungen und Gefühle der Personen nachvollziehbar?

Ist euer Buch bereits veröffentlicht, könnt ihr die Gelegenheit nutzen, eure Rezensionen zu durchstöbern. Oft findet man hier noch Hinweise, wo Leser angehakt sind.

Korrektorat und Lektorat

Von beidem profitiert ein Text immer, allerdings solltet ihr an dieser Stelle wirklich den Profis vertrauen. Ein letzter Check vor dem Hochladen schadet nie (irgendein Fehler schleicht sich immer ein).

Wer sich kein Lektorat leisten kann oder möchte, dem lege ich Ratgeber wie »So lektorieren Sie Ihre Texte« von Sylvia Englert und die »Stilfibel« von Ludwig Reiners ans Herz. Und da man blind für seine eigenen Texte und vor allem Fehler ist: helfende Hände aus der Umgebung. Damit meine ich keine Freunde und Verwandten (außer sie fallen in die folgenden Kategorien), sondern Autorenkollegen, Deutschlehrer, Germanist(ikstudent)en oder ähnliches. Jemanden also, der sich professionell mit Sprache beschäftigt (im Gegensatz zu den Testlesern, die vor allem die Stimmung als Leser beurteilen sollen).

Gestaltung und Satz

Das Auge entscheidet nicht nur mit – das Cover ist das Erste, was der potenzielle Leser überhaupt wahrnimmt, ob im Onlineshop oder im Buchregal. Entsprechend lohnt es sich hier, Geld zu investieren. Professionell gestaltete Cover gibt es ab ca. 150 Euro, ansprechende Premades (vorgestaltete Cover, die eben nicht auf euer Buch abgestimmt sind) schon sehr viel günstiger.

Aber damit endet die Gestaltung noch nicht. Auch der Buchsatz, also die Aufmachung des gedruckten Textes, sollte stimmen. Zum einen, damit dem Leser das Erfassen des Textes erleichtert wird, aber eben auch, um den professionellen Eindruck zu wahren. Jeder Buchmensch erkennt mit einem kurzen Blick auf den Buchsatz, ob das Buch professionell aufbereitet wurde.

Auch für den Satz gibt es professionelle Dienstleister, aber hier gibt es auch einige Tipps, was man selbst für einen guten Buchsatz tun kann.

Formelle Kriterien

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber viele scheitern bereits daran, die in den Teilnahmebedingungen aufgeführten formellen Kriterien zu erfüllen:

Eingereicht werden dürfen nur selbstveröffentlichte Bücher (im Selfpublishing oder Eigenverlag), die ein abgeschlossenes Werk bilden (keine Serien – abgeschlossene Titel einer Reihe sind in Ordnung).

Das Buch muss zwischen dem 01.06.2017 und dem 31.07.2018 (Ende der Ausschreibungsfrist) erstveröffentlicht worden sein (in deutscher Sprache).

Es muss über eine ISBN-Nummer und einen Eintrag im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) verfügen. Die gute Nachricht: Beides erreicht ihr mit einer Veröffentlichung über epubli bereits.

Es muss über ein rechtlich korrektes Impressum verfügen. Tipps dazu hier.

 

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Madeleine Puljic

Madeleine Puljic wurde 1986 in Oberösterreich geboren. Sie absolvierte die Kunstschule in Wien und lebt heute in Hamburg. Ihr erster Roman “Herz des Winters” erschien 2013 im Selbstverlag. Neben ihren eigenen Romanen in den Bereichen Fantasy und Science Fiction schreibt sie außerdem regelmäßig für die Serie Perry Rhodan NEO. Ihr Roman “Noras Welten – Durch den Nimbus” wurde 2017 mit dem 1. Deutschen Selfpublishing-Preis ausgezeichnet.

 

 

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