5 Tipps für den Textfeinschliff

Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache, aber nicht unbezwingbar. Mit ein paar Kniffen und Tricks lässt sich ein roher Text in ein Glanzstück verwandeln. Dabei gibt es einige grundlegende Regeln zu beachten.

Verben & Adjektive– ohne geht’s nicht?

Sätze leben von Wörtern. Geschichten leben von Handlungen und deren Beschreibungen. Aber vor allem bei der Wahl der Adjektive und Verben gilt es, mit Bedacht zu arbeiten. Lückenfüller und Doppelungen sind ungebetene Gäste in einer guten Geschichte. Verben drücken Bewegungen und Handlungen aus, die einem Text Dynamik verleihen. Ein lautes Verb, wie zum Beispiel „schlagen“ hat einen ganz anderen Effekt als ein leises Verb wie „rascheln“. Überlegen Sie sich also, ob das Verb wirklich zur gerade stattfindenden Handlung oder zur beschriebenen Situation passt. Für Adjektive gilt die Grundregel: Gewusst wann und wie. Die Eigenschaftswörter dienen der Unterscheidung und näheren Beschreibung. In Maßen verwendet, schmücken sie den Text. Sie sollten aber darauf achten, die Sätze nicht wahllos zu überfrachten und tatsächlich ergänzende und relevante Informationen zu vermitteln.

In der Kürze liegt die Würze

Je weniger Silben ein Wort hat, desto verständlicher ist es. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Daher gilt es, Umschreibungen wie „starke, gefährliche Rauchentwicklung“ für „Qualm“ zu vermeiden. Mit Klarheit und Verständlichkeit punktet der Autor beim Leser.

Wortbilder zeichnen

Wörter sollen uns eine Vorstellung von einer Situation oder Handlung vermitteln. Je konkreter die Beschreibung ist, desto leichter fällt es unserem Vorstellungsvermögen, ein Bild zu schaffen. Nennen Sie Dinge beim Namen, verwenden Sie Sinneseindrücke und Farben, um Ihren Text zum Leuchten zu als „widrige Witterungsumstände“. Eine „triefende Nase“ kennt jeder, aber was versteht der Einzelne unter einem „grippalen Effekt“?

Kontra den Modeerscheinungen

Benutzt man Sprichwörter, wie „ins Fettnäpfchen treten“, so ist das Sprache in ihrer bequemsten Form. Allgemein bekannte Floskeln garantieren sofortiges Verständnis beim Leser. Doch will man das als Autor immer? Eine Alternative wäre es, gar keine Redensarten zu verwenden. Oder Sie drehen einfach den Spieß um und erfinden etwas Neues? Zum Beispiel: „Der Tunnel am Ende des Lichts“ oder „Routine ist gut. Fantasie ist besser.“

Nicht auf die Länge, sondern auf die Technik kommt es an

Lebendige Texte ohne Wortwiederholungen gewinnen die Aufmerksamkeit der Leser. Klar strukturierte, überschaubare Sätze helfen dem Verständnis. Eine Faustregel besagt, dass Sätze höchstens 15 bis 20 Wörter umfassen sollen. Es bieten sich schlichte Hauptsätze mit einem begrenzten Maß an Nebensätzen an. Ein Nebensatz sollte eine ergänzende und beschreibende Rolle haben, also keine Haupthandlung oder ein wichtiges Detail der Rede ausdrücken. Am aller wichtigsten ist aber, dass Sie Ihre Sprache finden und mit Blick auf Ihre Zielgruppe schreiben.

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15.03.2013 zuletzt geändert am: 14.10.2020 • epubli
Kategorien: Schreibtipps,
Tags: Schreiben, Schreibtipps,