Carola Wegerle:

Carola Wegerle: "Die Mühe hat sich gelohnt."

Ich heiße Carola Wegerle und schreibe schon, seit ich acht bin. Veröffentlicht habe ich viele Fachbücher, aber leider nur selten meine Geschichten für Erwachsene und Kinder. Diese sind mir aber am wichtigsten.
Als ich von epubli erfuhr, zögerte ich daher nicht lange: Ich veröffentlichte zunächst „Luisas Chance“, einen Roman für Mädchen ab 10 Jahren, und dann „Die Irak-Mission“.

„Wie kommen Sie gerade auf den Irak?“, werde ich oft gefragt. Darüber wundere ich mich immer ein wenig. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir keine Meldung aus dem Irak lesen oder hören, viele deutsche Helfer befinden sich in dem kriegsgebeutelten Land, in jeder deutschen Stadt begegnen wir irakischen Flüchtlingen, und bei der heutigen globalen Vernetzung ist der Irak doch recht nah. Und in diesem Land hat auch unsere Kultur ihren Ursprung.

irak mission Die Irak-Mission

  • ISBN: 978-3-7418-0866-1
  • Genre: Belletristik Dramatik
  • Preis (Softcover): 14,95 €
  • Im Shop ansehen

In meinem Roman geht es aber gar nicht vordergründig um den Irak. Ich bin ja Deutsche und erzähle die Geschichte daher aus dem Blickwinkel einer deutschen Ärztin. Mich hat die Frage beschäftigt, warum so viele Menschen in Krisengebiete reisen, um anderen zu helfen – unter Lebensgefahr.
Wären Sie dazu bereit? Ich ehrlich gesagt nicht. Und ich habe herausgefunden, dass neben dem Helfersyndrom immer auch ein persönliches Motiv für die Entscheidung ausschlaggebend ist, eine Reisetasche zu packen, alles stehen und liegen zu lassen und ins Ungewisse zu reisen. Meine Geschichte könnte also an jedem Krisenherd der Welt spielen.

Ich habe den Irak gewählt, weil sich eine Zeitlang die Geiselnahmen dort häuften. Das hat mich nicht mehr losgelassen; es war der Auslöser für meine Geschichte.
Dieses Land war für mich als Szenario auch deshalb attraktiv, weil ich Islamwissenschaften studiert habe, viel in orientalischen Ländern gereist bin und mir die Mentalität der Menschen, die dort leben, vertraut ist. Gereist bin ich übrigens immer allein. Dadurch durfte ich auch das Leben der Frauen kennenlernen, was mich ganz besonders interessierte. Vielen Wissenschaftlerinnen, die in Männerbegleitung reisen, zeigt man ja nur die „Männerseite“.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass die orientalische Frau keineswegs das geduckte Geschöpf ist, als das sie oft dargestellt wird. Sie ist intelligent, mutig und hat eine ungeheure innere Kraft, die uns westlichen Frauen nicht unbedingt zur Verfügung steht. Ich empfand es immer als ein Geschenk, mich mit arabischen und anderen orientalischen Frauen zu unterhalten und Einblick in ihr Leben nehmen zu dürfen. Nach Aussage der jemenitischen Botschaft war ich übrigens die erste alleinreisende Frau, die ein Visum für den Jemen beantragte. Auch Afghanistan habe ich allein bereist, die Ost-Türkei, den Iran und den Süden Marokkos.

Ich habe in allen Ländern unendlich viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft erfahren und erlebte voll Staunen, mit welcher Würde gerade auch materiell arme Menschen oft leben und dass das Bewusstsein, Träger einer uralten Kultur zu sein, in ihrem Verhalten auf unerklärliche Weise mitschwingt. Es ist eine andere Einstellung zum Leben, der unser vielgeliebtes Wort „Effizienz“ vollkommen fremd ist und dessen Einfluss auf unsere Sozialisation grundsätzliche Fragen aufwirft. Die vielen Begegnungen mit Menschen aus ganz anderen Kulturen haben meine Einstellung zum Leben tiefgehend beeinflusst.

Ich möchte meinen Lesern gern nahebringen, dass die Fremden in unserem Land Menschen sind, die die gleichen Gefühle, Ängste, Träume und Bedürfnisse haben wie wir selbst, die jedoch unendlich viel mehr erlebt haben, das wir in seinem vollem Ausmaß kaum nachvollziehen können.Vor allem aber möchte ich meine Leser unterhalten. „Die Irak-Mission“ ist ein sehr spannender Roman.
Die Recherche war aufregend. Ich habe mit Ärzten und kurdischen Journalisten, deutschen und irakischen Politologen, Hilfsorganisationen, einem Raketenexperten der Bundeswehr, einem Sachverständigen für Nahostfragen im Bundestag, mit kurdischen und irakischen Flüchtlingen und Deutschen, die im Irak gelebt haben, gesprochen. Meine Dankesliste ist lang.

Ich danke epubli nicht nur für die großartige Unterstützung bei meinem Self-Publishing, sondern auch für diese Möglichkeit, für meine Geschichte und meinen sprachlichen Ausdruck Interesse zu wecken.
„Die Irak-Mission“ hat Kraft gekostet, aber diese Energie fließt jetzt in Form von Rezensionen und positivem Feedback zu mir zurück. Darüber freue ich mich sehr. Die Mühe hat sich gelohnt.

Wenn Sie diesen Artikel mochten, gefallen Ihnen vielleicht auch unsere Autoreninterviews.

idea icon

Halten Sie sich stets auf dem Laufenden: Erfahren Sie zuerst von spannenden neuen Aktionen und hilfreichen Tipps für Autoren rund um die Themen Marketing und Schreiben auf Facebook und Twitter. Vielleicht interessieren Sie sich auch für unsere Webinar-Reihe zum Thema Kreatives Schreiben auf YouTube?