Regionale Zeitungen ansprechen (3)

Teil 3: Die Pressemitteilung

Kurz, knapp und auf den Punkt gebracht: eine Pressemitteilung ist eine Dienstleistung an Journalisten, damit diese eine schnelle Übersicht über Sie oder Ihr Projekt erhalten.

Mit der Pressemitteilung präsentieren Sie sich nach einem Anruf – und sie ist es, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Deshalb ist es wichtig, dass dieser Eindruck gut ist und Sie auszeichnet.

Inhalte der Pressemitteilung sind:

  • die Überschrift
  • W-Fragen: Wer sind Sie, Was machen Sie, Warum machen Sie das, Woher kommen Sie und Ihre Ideen, seit Wann und Wieso?
  • Mit den W-Fragen haben Sie die wichtigsten Informationen bereits zusammengefasst. Wenn noch wichtige Details fehlen, können Sie diese in einem Textkörper darunter kurz und in nicht mehr als in drei Absätzen schildern
  • Wichtig ist es, dem Journalisten zu vermitteln, warum er sich ausgerechnet jetzt mit Ihrer Nachricht verfassen soll: Was ist der Aufhänger der Geschichte? Was ist die Nachricht, worüber kann er berichten? Lesen Sie hierzu auch mehr in Teil 1 der Serie
  • Präsentieren Sie sich richtig: Geben Sie zum Beispiel Referenzen an, Rezensionen zu Ihrem Buch oder eventuell bereits erschienene Berichte in Zeitungen. Links oder kurze Angaben dazu unterstreichen Ihre Professionalität. Auch eine eigene Homepage oder seriös gepflegte Social-Media-Auftritte bieten dem Journalisten Möglichkeiten, sich bei Interesse noch tiefer über Sie zu informieren
  • Wenn es passt, können ein oder zwei gut aufgenommene Bilder die Aufmerksamkeit der Redakteure auf die Pressemitteilung lenken. Sie sollte ein ansprechendes Layout aufweisen
“Das darf in Ihrer Pressemitteilung nicht fehlen!”
Diesen Satz twittern twitter icon

Fangen wir von vorne an: Die Überschrift. Pressemitteilungen sind keine normalen Briefe. Üblicherweise werden sie heutzutage per Email versendet; entweder unter der normalen Email oder im Anhang. Deshalb haben Sie die normale Ansprache (“Sehr geehrte/r Frau/Herr XY, Sehr geehrter Redaktion… Wie in unserem Telefonat besprochen, sende ich Ihnen hiermit weitere Informationen zu” usw.) bereits in der Email abgehakt: Die Pressemitteilung dient nur der Präsentation Ihrer Veröffentlichung, Ihrer Veranstaltung oder einfach von Ihnen selbst.

Deshalb machen Sie zu Beginn in einer prägnanten, größer gedruckten Überschrift darauf aufmerksam, was der Hauptinhalt des folgenden Textstücks ist. Weil sie kurz und knapp mitteilt, was die Kernaussage des Textes ist, kann es sinnvoll sein, die Überschrift ganz zum Schluss zu verfassen oder sie noch einmal anzupassen.

Jetzt geht es an den Inhalt: Was, Wann, Warum, Wie, Wieso, Wer? Kurz und knapp und mit eloquenter Sprache machen Sie auf sich aufmerksam. Schreiben Sie nicht mehr als drei kurze Absätze. Ein Journalist wird es schätzen, wenn er nicht zu viel Zeit darauf verwenden muss, um Ihre Nachricht zu verstehen. Das hilft aber auch Ihnen, denn so wird Ihre spannende Mitteilung wahrscheinlich effektiver und schneller ankommen.

Vielleicht schon mit den W-Fragen vermittelt ist besonders wichtig, dem Journalisten zu zeigen, warum es sich für ihn lohnt, von Ihnen zu berichten. Das ist der schon so viel besprochene “Aufhänger” der Geschichte.

Wenn der Text fertig ist, lassen Sie ihn von jemandem mit guten Rechtschreibkenntnissen gegenlesen. Jeder noch so gute Autor macht Fehler – und gerade als Schriftsteller oder Schriftstellerin sollten Sie mit einwandfreier Grammatik und Rechtschreibung glänzen.

Ein oder zwei passende Fotos können das Gesamtbild abrunden. Außerdem können Sie den Journalisten anbieten, bei Interesse passendes Fotomaterial mitzuliefern. Das erleichtert diesen den Arbeitsaufwand, weil sie bei einem schönen Bild nicht einmal aus der Redaktion fahren müssen, um Ihre Nachricht zu drucken.

Anders ist es natürlich, wenn von einer Veranstaltung berichtet werden soll. Sie können hierbei wiederum anbieten, nach der Veranstaltung Fotomaterial zu schicken. Dann sollten Sie aber sicher gehen, dass die Bilder von jemandem aufgenommen, der sein Handwerk versteht. Ansonsten ist es sicherer, wenn Sie die Reaktion davon überzeugen können, jemanden zu Ihnen auf den Termin zu schicken. Wenn Sie das geschafft haben, können Sie sich fast sicher sein, dass Ihre Nachricht in der Presse erscheint.

Zusätzlich zu der Nachricht sollten Sie als Person seriös auftreten. Eine eigene, gut gestaltete Homepage oder ansprechende Social-Media-Auftritte helfen genauso wie Rezensionen oder Berichte, die bereits über Sie oder Ihre Veröffentlichungen geschrieben wurden.

Die Pressemitteilung ist fertig, von jemandem kontrolliert und sieht toll aus? Jetzt geht es an den Versand.

Stellen Sie sicher, dass Sie die richtige Email-Adresse haben. Eine konkrete Ansprechperson mit eigener Email-Adresse erhöht die Wahrscheinlichkeit, nicht unterzugehen zwischen Dutzenden anderen Pressemitteilungen. Auch das richtige Ressort ist wichtig. Bei regionalen Medien ist das meistens zunächst die Lokalredaktion; aber auch andere Ressorts (Kultur, Politik, Medien, Wirtschaft…) können je nach Ihrem Inhalt relevant sein.

Redaktionen haben fast immer morgens eine Konferenz, in der die Themen des Tages besprochen werden. Ein kleiner Trick ist es deshalb, Ihre Pressemitteilung morgens früh abzusenden. Pressekonferenzen sind meist gegen neun Uhr, das variiert aber natürlich von Redaktion zu Redaktion. Senden Sie Ihre Email daher früh genug ab. Warum so früh? Werden Nachrichten nicht auch noch abends gelesen? Ja, auch wenn Ihre Pressemitteilung abends im virtuellen Postfach einflattert, wird sie nicht sofort in den Papierkorb geworfen. Aber Journalisten sind auch nur Menschen und sie haben ein Ziel: Ihren Lesern die frischesten und brandneusten Nachrichten zu vermitteln. Eine Pressemitteilung, die Sie erst kurz vor der morgendlichen Konferenz erreicht, hat es leichter, als “Neuigkeit” eingestuft zu werden und damit Nachrichtenwert zu erhalten.

Alles klar? Dann frohes Schreiben und viel Erfolg! Und immer daran denken: Dranbleiben lohnt sich.

Wenn Sie diesen Artikel mochten, gefallen Ihnen vielleicht auch diese Blogbeiträge: Regionale Zeitungen ansprechen (Teil 1) und Regionale Zeitungen ansprechen (Teil 2).

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29.09.2015 zuletzt geändert am: 20.12.2018 • jana
Kategorien: Marketing, vermarkten,
Tags: PR, Pressearbeit, Pressemitteilung,