epubli Autorenerlebnisse - Teil 2

Anlässlich des Welttag des Buches 2014 hat epubli Autoren dazu aufgerufen, ihre Erlebnisse zu teilen. Daraus entstand ein eBook, welches nun zum kostenlosen Download bereit steht. Heidi Hollmann und Katharina Georgi schildern in ihren Beiträgen eher negative Erfahrungen des Autorendaseins.

 

“Gedrucktes” von Heidi Hollmann

Sieht man von dir etwas gedruckt,

können‘s manche kaum ertragen;

so dass ihr Innres ruckt und zuckt;

weil Neid schlägt auf den Magen.

 

Sie würden gern von sich was sehn,

gedruckt auf weißem Blatte.

Die Autorin konnte das verstehn,

als sie Null Ideen hatte.

 

Sie hat sie nun, über Gebühr,

die schönen Geistesgaben.

Letztendlich kann sie nix dafür,

dass andre sie nicht haben.

 

Der Neider gibt es all zu viel.

Möchten sich auch Autor nennen.

Ignoranz ist ihr erklärtes Ziel,

Sollten sich zum Neid bekennen.

 

Gäb‘s auf der Welt Autoren nicht,

die Welt sie wäre ärmer.

Wo blieb es, dieses traute Licht?

Kälter würde es, statt wärmer.

 

“Mein persönliches Autoren-Erlebnis” von Katharina Georgi

Mein persönliches Erlebnis als Autorin, ereignete sich vor ungefähr zwei Jahren. Ich selbst glaubte nicht mehr an mich, an mein Talent, oder wie immer man es auch nennen mag.

Bücher zu schreiben war und ist für mich schon immer etwas Wunderschönes gewesen.

Doch die Wirklichkeit wurde klar und deutlich. Verlage lehnten ab. Ich war offenbar zu schlecht.

Mein Selbstvertrauen war dahin, selbst dann noch als Bekannte und Freunde der Meinung waren, ich solle nicht den Kopf in den Sand stecken. Irgendwann würde es klappen, nur nicht aufgeben. Man könne es nicht jedem recht machen.

Dann habe ich epubli entdeckt. Durch diesen Verlag konnte ich mein eigenes Buch relativ schnell in den Händen halten, mich freuen, dass ich etwas geschafft hatte, was mir ein Verlag vergönnte. Mein Buch. Es stand eine Zeit lang nur im Regal, bis ich Besuch von einer wirklich lieben Bekannten bekam. Sie lieh sich das Buch aus, da sie des Öfteren auch Nachtschicht hatte. Zu dieser Zeit betreute sie eine junge Frau, die vor längerer Zeit durch einen schweren Autounfall ihr Kind verlor. Sie selbst kam mit einer schweren Wirbelsäulenverletzung ins Krankenhaus und lag wochenlang im Koma und ist heute auf die Hilfe eines Pflegers angewiesen.

Nach drei Wochen kam meine Bekannte wieder zu mir und umarmte mich. Sie sagte: „Sei jetzt nicht böse, aber ich habe, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, meiner Patientin dein Buch gegeben. Sie hat es gelesen und ich soll dir etwas von ihr ausrichten.“ Ich hab meine Bekannte angeschaut und gedacht, oh weh, was kommt denn jetzt.

Die Patientin ließ mir ausrichten, dass sie mir dankbar sei. Ich hätte sie mit meinem Buch nach langer Zeit wieder zum Lächeln gebracht. Dann hätte sie geweint und meinte, ob meine Bekannte mich in ihrem Namen fragen könnte, ob sie es vielleicht behalten dürfe.

Ganz ehrlich, meine Bekannte hat dann mit mir zusammen ein Stück geweint. Das hat mich so sehr berührt. Natürlich durfte sie das Buch behalten. Jetzt hoffe ich, dass ich jedem meiner Leser ein Lächeln verschaffen kann. Heute glaube ich, es sollte so sein, dass ich keinen Verlag gefunden habe. Und ich weiß jetzt, ich habe mein Ziel bereits erreicht.

 

Weitere Autorenerlebnisse: 

Autorenerlebnisse Teil 1

 

 


24.06.2014 zuletzt geändert am: 06.11.2018 • Christin Haftmann
Kategorien: Inspiration,
Tags: epubli Autorenerlebnis, Welttag des Buches,