epubli Autorenerlebnisse - Teil 4

Um den Welttag des Buches 2014 zu feiern, haben wir die eingereichten Erlebnisse von Autoren in einem eBook zusammengetragen. Hier können Sie dieses kostenfrei downloaden. Einen Einblick geben wir Ihnen bereits an dieser Stelle. Michael Koslowski und Micky beschreiben in ihren Beiträgen den Weg bzw. das Gefühl das eigene Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten.

 

“Das Buch” von Michael Koslowski

Die Verpackung war irgendwie nicht besonders groß. Ich hatte mehr Volumen erwartet, einfach wichtiger!

Was natürlich Quatsch war. Es handelte sich ja um ein normales Taschenbuch und nicht um einen schweren Bildband, oder ein riesiges Table-Book. Der Inhalt war ja auch nicht zerbrechlich oder bestand aus Gefahrengutmaterial.

Das Päckchen legte ich auf den Tisch und schaute es, eine ganze Weile, misstrauisch und gespannt an. Der Reflex war natürlich, sofort aufreißen und den Inhalt endlich in Händen zu halten. Aber das war dann doch zu einfach und nicht angemessen genug. Es war nun schließlich mein erstes Buch und ich klopfte nun zaghaft und zum ersten Mal an die Türen der heiligen und verehrten Literatur.

Ich hatte lange gebraucht um meine Gedanken zu Papier zu bringen und es fiel mir wirklich nicht leicht. Mir fehlte einfach die Ausdauer und oft fielen mir die passenden Formulierungen nicht so einfach in den Schoß.

Oft verlief ich mich in meinen eigene Gedanken und brauchte lange, um mich wieder zurecht zu finden. Ich baute Zusammenhänge auf, die vollkommen unlogisch waren, mir aber so gut gefielen, dass ich sie nicht einfach wieder löschen mochte. Was dem Schreiben und der Logik manchmal doch sehr hinderlich war. Beides schien manchmal nicht so recht zueinander zu passen. Mir fehlte auch einiges Hintergrundwissen und ich war auch zu faul, einfach mal bei Google nachzuschauen, ob es denn wirklich so war, wie ich annahm und schrieb.

Ich schaute lieber in ein altes Lexikon, was dazu führte, dass ich stundenlang in ihm blätterte und ich einfach nach einiger Zeit nicht mehr wusste, warum.

Ich wollte ja schreiben und meine Gedanken zu Papier bringen und mich nicht mit Kleinigkeiten wie richtigen Straßennamen oder Personen beschäftigen, die im Laufe von drei Seiten auch plötzlich drei neue Namen trugen und mich komplett durcheinander brachten. Es gab sogar Personen, die im Laufe des Romans das Geschlecht wechselten oder auch ganz anders ausschauten. Was ich noch nicht mal nach der dritten Korrektur gemerkt hatte. Weil ich diese Stellen einfach überlas, oder ich habe den Verdacht, mein Gehirn hat das alles irgendwie ausgeblendet und für sich selbst alles wieder ins Lot gebracht.

Das Päckchen lag vor mir und ich hatte ein scharfes Messer in der Hand, um das Behältnis zu öffnen.

Ein Zögern lies mich noch kurz innehalten, dann hatte ich die Verpackung geöffnet und das Buch purzelte hinaus – ich hielt es endlich in meinen Händen.

Das Cover war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte, vielleicht noch etwas wertiger als in meiner Vorstellung.

Das Gefühl war wirklich schön und ich musste mich einen Moment hinsetzten, um das alles zu verdauen. Komisch, dass ein Mensch durch die reine Ansammlung von Wörtern und Buchstaben so bewegt sein kann. Die literarische Qualität mochte zweifelhaft sein, aber für mich war das Gefühl überwältigend.

 

“Pfad zum Glück” von Micky

Etliche Jahre sind vergangen,

ließen mich leiden und bangen.

Nächtlich wiederkehrende Folter,

mühseliger Streifzug mit Gepolter.

 

Vergebens spähe ich nach einer Zufluchtsstätte.

Tapfer schreite ich übers‘ tobende Gefilde,

dieses Gefecht ist eine weitere Facette.

Die blühende Idylle, bleibt ein Fantasiegebilde.

 

Nach einem Ausklang sehne ich mich,

dank Erschöpfung niedergestürzt – wie erbärmlich!

Verzagt flüchtet mein Blick in die Sterne,

beschafft Rettung aus finsterer Ferne.

 

Erblassend und beinahe schon verloren.

Mein Befinden ist unübertrefflich,

trotz allem, nun wie neugeboren.

Happy Ending! Ich bin glücklich.

 

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08.07.2014 zuletzt geändert am: 08.11.2018 • Christin Haftmann
Kategorien: Inspiration,
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