Sind wir bereit für die Zukunft? Die future!publish in Berlin

Sind wir bereit für die Zukunft? Die future!publish in Berlin

Was hält die Zukunft für das Publizieren bereit? Wie müssen sich traditionelle Verlage künftig aufstellen? Welche Rolle spielt das Self-Publishing dabei?
Um diese und viele andere Fragen zu beantworten, fand am 28. und 29. Januar 2016 erstmals der Kongress future!publish in Berlin statt. Natürlich waren unter den 280 Teilnehmern auch Mitarbeiter von epubli dabei, um keine Entwicklung in der Branche zu verpassen.

Gedruckt versus Digital

Es muss nicht immer entweder oder sein. Der Hybridautor Dr. Karl-Ludwig von Wendt, der unter seinem Pseudonym Karl Olsberg auch bei epubli veröffentlicht, möchte einen Weg finden, digitales und analoges Lesen miteinander zu verbinden. Die Idee: Seine App Papego benutzt das physische Buch als Anker für digitale Inhalte. Der Nutzer scannt die zuletzt gelesene Buchseite ein und bekommt auf sein Smartphone die nächsten bis zu 25% des Buches geladen. Der digitale Inhalt stellt somit einen Zusatznutzen und keinen Ersatz dar. Die App ist für den Leser komplett kostenfrei. Wir freuen uns schon sehr auf den Launch Ende Februar. Sie auch?

Innovative Ideen

Unter dem Veranstaltungsnamen future!inspiration bekamen Gründer innovativer Projekte ca. 10 Minuten Zeit, um sich und ihre Idee vorzustellen. Es wurde z. B. eine Suite vorgestellt, mit der Verlage ihre Inhalte auf effizientem und anschaulichem Weg digital aufbereiten können. Darüber hinaus ging es u. a. um eine kuratierte eBook-Handlung für Kinderbücher, ein Kurzgeschichten-Abo per App, eine Medienverwaltungssoftware und um eine browserbasierte Möglichkeit, den eigenen Plot zu strukturieren.
Es ist sehr faszinierend, wie viele verschiedene, kreative und notwendige Ideen für die Verlagsbranche noch im Verborgenen lauern. Wir können gespannt bleiben.

Der agile Verlag

Um der zunehmenden Komplexität und Unsicherheit der Branche gerecht zu werden, stellte Organisationsberater Edgar Rodehack das Konzept des agilen Verlags vor. Agiles Arbeiten strebt mit organisatorischen Mitteln eine gleichzeitige Maximierung der Erfolgschancen und Minimierung von Risiken an. Auch wir haben schon über die Kanban-Methode berichtet. Die möglichen Resultate des iterativen Vorgehens klingen hervorragend: schnellere Ergebnisse, flexible Organisation, motivierte Mitarbeiter, Koordination von Kundenwünschen und Unternehmenszielen, steigende Kundenzufriedenheit usw. Doch ist die Umsetzung wirklich so leicht? Herr Rodehack stellte fest, dass im agilen Arbeiten die Zukunft liegt, jedoch muss viel Zeit und Mühe investiert werden, um die agile Arbeitskultur in das eigene Unternehmen und vor allem in die Köpfe der Mitarbeiter zu bringen. Aber es lohnt sich!

Alles Meta oder was?

Die letzte Session des Kongresses beschäftigte sich mit der Wichtigkeit von gut gepflegten Metadaten, auf die auch wir unsere Autoren immer wieder aufmerksam machen. Michael Vogelbacher als Verantwortlicher des VLB erklärte, welche Daten relevant sind und wie eine optimale Pflege aussieht. Wichtigste Information des Vortrags: Je höher die Informationsqualität über einen Titel im VLB ist, desto besser ist der Status, dem der Titel zugeordnet wird. Der Gold-Status ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermarktung, weil dann die Sichtbarkeit des Titels in den Online-Shops steigt. Somit bleiben Metadaten auch in Zukunft ein aktuelles Thema, das sowohl von Verlagen als auch von Autoren entsprechend ernst genommen werden muss.

Auf eine zweite Ausgabe des Kongresses dürfen wir uns schon freuen. Am 26. und 27. Januar 2017 wird erneut über die Zukunft des Veröffentlichens diskutiert.