Im Interview mit der DSPP19-Gewinnerin: 4 Fragen an Monika Augustin ("Das Mucksmäuschen")

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurde im Oktober diesen Jahres der Deutsche Selfpublishing Preis 2019 verliehen. Unter den 1.800 eingereichten Werken wurde unter Beachtung unterschiedlicher Kriterien jeweils ein Buch in zwei verschiedenen Kategorien gewählt. Das Preisgeld von 6.000 € in der Kategorie “Belletristik Kinder- und Jugendbuch” ging an epubli-Autorin Monika Augustin für ihr liebevoll gestaltetes Kinderbuch “Das Mucksmäuschen”. Wir haben Monika Augustin 4 Fragen zu ihrer erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb gestellt:

 
 


 
 

1) Liebe Monika, wir gratulieren dir nochmals herzlich zur Auszeichnung für das beste selbstveröffentlichte Buch des Jahres in der Kategorie “Belletristik & Kinder- und Jugendbuch”. “Das Mucksmäuschen” ist dein Erstlingswerk. Wie kamst du zum Schreiben und insbesondere auf die Idee für dieses Buch?

Dankeschön! ☺ Ich habe früher während der Schulzeit sehr, sehr viel geschrieben. Jede Menge Kurzgeschichten, aber tatsächlich auch zweieinhalb Romane. Ich habe Geschichten geliebt und wollte unbedingt selbst Geschichtenerzählerin werden. Daraus wurde nichts, was gar nicht schlimm ist, ich bin eben einen anderen Weg gegangen. Meine Liebe zu Geschichten und Sprache konnte ich im Beruf trotzdem ein bisschen einsetzen. Und dann hat mich 2016 meine Tochter, damals 2 Jahre alt, gefragt: „Mama, was sind Mucksmäuschen?“ Mir wurde klar, dass ich wohl sehr oft „Jetzt sei mal mucksmäuschenstill!“ zu ihr gesagt haben musste. Und die Frage blieb hängen: Was sind Mucksmäuschen und wieso sind sie still? Nachdem ich die Frage über ein Jahr in meinem Kopf hin und her geschoben habe, habe ich sie aufgeschrieben. Ich wollte sie meiner Tochter schenken und beschloss, das Buch auf eigene Kosten zu illustrieren und ein Exemplar drucken zu lassen. Als ich epubli fand, wo das Veröffentlichen nichts kostet, dachte ich: „Wieso nicht?“.

 
 

2) Dein Buch wurde von der Jury nicht nur inhaltlich, sondern auch für die schönen, liebevollen Zeichnungen sehr gelobt. Deine Illustratorin Vinsensiana Aprillia stammt aus Indonesien. Wie hast du sie gefunden und wie lief die Zusammenarbeit ab?

Ich habe Vin dort gefunden, wo man alles findet: Im Internet. Es gibt eine Plattform namens fiverr.com – Grafiker, Gestalter etc. aus aller Welt inserieren dort. Es funktioniert ein bisschen wie MyHammer. Man kann Projekte ausschreiben, oder man kontaktiert die Anbieter direkt. Ich habe mich sofort in Vins Arbeitsbeispiele verliebt und sie angeschrieben, ihr das Projekt geschildert und um einen KV gebeten. Der passte, und dann legten wir los. Vin ist Indonesierin, also haben wir uns auf Englisch verständigt und ich habe den kompletten Text ins Englische übersetzt. Sie hat mir Skizzen geschickt, anhand derer wir den Art Style definiert haben. Dann ging es hin und her, Seite um Seite, ihre Illustration, meine Änderungswünsche… Witzig fand ich, dass ihre ersten Skizzen noch Elefanten enthielten, obwohl ich von „Waldtieren“ gesprochen hatte. Dann wurde mir klar, dass der indonesische Wald mit Flora und Fauna nun eben nicht identisch ist mit dem mitteleuropäischen. ☺ Aber mit Hilfe des Internets, z. B. Links auf Bilder, klappte dann auch die Verständigung.

 
 

3) Kinderbücher müssen auf eine ganz spezielle Altersgruppe ausgerichtet sein. Wie bist du vorgegangen, damit dein Buch zu der von dir anvisierten Altersgruppe passt?

Ich habe versucht, eine Geschichte zu schreiben, die meiner Tochter gefallen und die sie verstehen würde, zu einem Zeitpunkt, als sie so 4-5 Jahre alt war. Wir lesen sehr viel vor und erfinden auch sehr viele eigene Geschichten (mein Mann ist da ganz groß). Das waren quasi meine Zielgruppenstudien vorab: Welchen Grad an Komplexität, welches Level an Spannung, welche Wörter und Satzkonstruktionen kann ich zumuten? Ich glaube, es ist nicht wichtig, dass Kinder jeden Aspekt einer Geschichte oder jede grammatikalische Konstruktion beim ersten Vorlesen verstehen. Ich habe daher zum Beispiel ganz bewusst auch Nebensätze verwendet, statt nur Hauptsätze aneinander zu reihen.

 
 

4) Du bist selbst beruflich im Marketing-Bereich tätig. Hast du besondere Tipps für die Buchvermarktung und das Schreiben als berufstätige Autorin?

Regel Nummer 1: Reiche dein Werk bei Wettbewerben ein. ☺ Ich bin leider in einem Marketingbereich, der mir bei der Buchvermarktung wenig hilft: Zum einen stellt mein Arbeitgeber Maschinen für die Industrie her statt Produkte für Privathaushalte, und zum anderen beschäftige ich mich mit Digitalisierung von Arbeitsabläufen im Marketing. Ich könnte also keine Tipps zu Social Media Marketing oder Suchmaschinenanzeigen für das selbstgeschriebene Buch geben. Über Social Media habe ich nachgedacht, da man sich da prima ein Netzwerk aufbauen kann (andere Autoren, Buchhändler, Blogger), aber das erfordert einen hohen Invest an Zeit. Wenn man dann einen Namen und/oder einiges an Followern hat, geht da viel.

Ich wollte lokal vorgehen: Bei Buchhändlern vorsprechen, den örtlichen Büchereien Exemplare stiften. Und ich wollte Blogger kontaktieren bzw. Lese-Communities wie LovelyBooks ausprobieren. Wichtig: Ein konkurrenzfähiger Preis! (Der Preis ist immer Teil der Vermarktungsstrategie.) Ein Buch im Selfpublishing darf nicht 3x so viel kosten wie ein vergleichbares aus dem Verlag – sonst ist es für Leser und damit für Buchhändler uninteressant. Eventuell dann lieber nochmal das Buchkonzept entsprechend ändern.

Zum zweiten Aspekt der Frage, „Schreiben als berufstätige Autorin“: Das ist etwas, das ich noch lösen muss. Ich habe einen Hauptberuf, und das Schreiben als solches kann noch als Hobby durchgehen. Aber alles danach? Vermarktung? Lesungen? Klinkenputzen im Buchhandel? Ein zweiter Band, weil es strategisch klug ist, Reihen zu produzieren? Das kostet Zeit und Energie, die man sich irgendwo anders abschneiden muss. Wenn ich ein Patentrezept habe, melde ich mich nochmal. ☺ Ich denke, zu Anfang steht die Frage, wie intensiv man das Schreiben betreiben und was man damit erreichen möchte.

 
 

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Kinderbuch | ISBN: 978-374-850-021-6 | 9,90 €

In einem grünen, sonnigen Tal lebt ein Volk von kleinen, grauen Mäusen – die Mucksmäuschen. Sie sind fleißig und rücksichtsvoll. Wenn sie sprechen, dann nur wenige Worte, und die sehr leise. Deshalb pflegen die anderen Tiere zu sagen: „Der ist so still wie ein Mucksmäuschen“, wenn sie sagen wollen, dass jemand wirklich sehr wenig und sehr leise spricht. Und deshalb vergessen die anderen Tiere meistens, dass es die Mucksmäuschen überhaupt gibt. Doch eines Tages droht den nichtsahnenden Tieren im Tal großes Unheil, und alles hängt von einem einzigen Mucksmäuschen ab.

 
 

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19.11.2019 zuletzt geändert am: 19.11.2019 • epubli
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