Autoreninterview mit Stephanie Grün

Das, was ich bin …
… und das, was ich tue, bin und tue ich aus vollem Herzen. Aus gutem Grund, denn eine Gemeinsamkeit, die ich mit meiner Protagonistin Lenesia habe, ist ein halbes Herz. Wie bei ihr konnte man in der Zeit meiner Geburt nicht operieren. Meine Kindheit war aber nicht nur von Einschränkungen geprägt, sondern auch von Freiheiten, die man mir gönnen wollte in der kurzen Zeit auf Erden.
Die rettenden OPs Anfang der 1980er Jahre in USA schenkten mir dann die Zeit, das Abitur zu machen, Kunst zu studieren, viele Bilder zu malen, zwei Romane zu schreiben und mit den Kindern einer Kinder- und Jugendlichen Psychiatrie zu arbeiten.
Es darf gerne noch ein bisschen andauern, das Leben aus vollem, halben Herzen!

Zum Schreiben bin ich gekommen durch…
…nein, umgekehrt! Das Schreiben ist zu mir gekommen!
„plötzlich tot“, mein Debütroman, war nicht von Beginn an eine beschlossene Sache. Jedoch die Bilder, die ich zu der Zeit malen wollte, verlangte es nach Anderem: Ich sollte mich hinsetzen und schreiben, und zwar so lange, bis der Roman geschrieben sein würde.
Nicht anders bei „Lenesias letzte Reise“, ebenfalls eine Geschichte, die es auf mich abgesehen hatte, von mir verlangte, immer wieder die Pinsel hinzulegen und stattdessen zu schreiben, bis das Buch schließlich stand.

Dieses Buch habe ich epubli mit auf die Frankfurter Buchmesse gegeben

lenesia_reise Lenesias letzte Reise

  • ISBN: 978-3-7418-1880-6
  • Genre: Belletristik
  • Preis: 14,90€
  • eBook: 7,99€
  • Im Shop ansehen

In dem Buch geht es um:
Polen zu Beginn der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts – ein Land in Aufruhr: Solidarność, Notstand, Kriegszustand …
Inmitten dieser Wirren kämpft eine Familie um das Überleben ihres Kindes. Die kleine Magdalena hat einen lebensbedrohlichen Herzfehler. Unmöglich zu behandeln im Polen jener Zeit. Hoffnung auf Rettung gibt es jenseits des eisernen Vorhangs. Und der wird nicht das einzige Hindernis bleiben.

Das tue ich sonst noch, um meine Bücher zu vermarkten und meine Leser anzusprechen
Es gab eine wundervolle Buchbesprechung in den Nürnberger Nachrichten. Ich möchte fast meinen, dass mir der Zeitungsartikel zugeflogen ist. Die Wahrheit ist, dass ich ihn der überzeugenden Pressearbeit meines Grafik-Designers zu verdanken habe, der mir ein bebildertes Booklet gestaltet und damit das Interesse einer Journalistin geweckt hatte.
Ansonsten suche ich den Kontakt zu Buchläden, Internet-Foren, Vereinen und Gesellschaften, die thematisch nah dran sind. Dennoch kann ich nur sagen, dass ich das Buch auf die Reise geschickt habe. Welchen Weg es nehmen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Schreiben gibt mir…
…einen Schlüssel an die Hand, der mir verspricht, die Tür zu einem Universum voll Spannung, Leidenschaft und nicht zuletzt Erkenntnis zu öffnen. Vorausgesetzt ich versuche mein Glück an der richtigen Tür!
Wenn der Schlüssel aber passt, dann tanzen die Finger über die Tastatur und Zettel füllen sich mit Ideen.
Es ist ein faszinierendes Gefühl, wenn das Schreiben mit mir in Kontakt tritt. Und bitter, wenn es sich mir verweigert.

Ich schreibe am liebsten…
…in der Badewanne. Wenn mein Körper eingebettet ist in das weiße Email, umschlungen vom Urelement Wasser, dann gehen die Gedanken spazieren und finden sehr oft erstaunliche Bruchstücke für meine Literatur.

Wann, wo und was ich lese
Ich lese gerne (Georges Simenon zum Beispiel), aber nicht ausschließlich Literatur. Daneben lese ich auch Landschaften, Charaktere, Gesichtsausdrücke, Bewegungen, Beziehungen, kurz, alles, was mich zum Lesen einlädt.

Mein Tipp für Autoren
Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Wort Tipp; es impliziert, dass es so etwas wie einen „richtigen Weg“ zum Ziel gäbe, wenn man nur die „richtigen Tipps“ befolgte.
Es gibt keine Tipps, Tricks oder Abkürzungen. Wer schreiben will und es ernst meint, muss ran und schreiben mit allem, was er zu geben hat.

Was ich meinen Lesern sagen möchte
Da etablierte Verlage zunehmend auf massenkompatible, sogenannte „Bestseller“ setzen und den kleinsten gemeinsamen Nenner als literarische Norm festschreiben, dürfen und müssen sich Leser, die sich an ein Werk authentischer Literatur wagen, als Avantgardisten verstehen.

Das mache ich beruflich
In einem Zeitalter ohne Mäzenatentum sieht sich jeder Autor mit der Frage konfrontiert: Wie subventioniere ich meine Kunst? Dazu ist jede Tätigkeit geeignet, die bezahlt wird.

Meine epubli Bücher
Lenesias letzte Reise” ist bei epubli in Taschenbuchform und als E-Book erschienen.

Das Zeitalter der unabhängigen Autoren ist angebrochen! epupli stellt für mich eine inspirierende Entdeckung dar, zumal umfangreicher Service rund um das Schreiben, Selbstverlegen und Marketing geboten wird. Ich werde diese Plattform gerne für weitere Buchprojekte nutzen.

Sie möchten weitere epubli-Autoren kennenlernen? Hier finden Sie eine Übersicht aller Erfolgsgeschichten.

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01.12.2016 zuletzt geändert am: 08.01.2019 • epubli
Kategorien: Erfolgsgeschichten,
Tags: Autoreninterview, epubli-Autor, Indie-Autor, Interview, self-publishing,