Eine epubli-Autorin stellt sich vor: Jennifer Hilgert

Eine epubli-Autorin stellt sich vor: Jennifer Hilgert

Dort bin ich zu Hause:
Zu Hause bin ich überall da, wo mein Liebster und ich zusammen sind. Das ist im Moment das umstrittene Ende der Welt: Amerika. In Kalifornien wohnen, leben und lieben wir zur Zeit. Meine Heimat ist der Hunsrück, ein idyllisches, bergiges Fleckchen auf der Deutschlandkarte, das zwischen Eifel, Westerwald Rheingau und Pfalz im Bundesland Rheinland-Pfalz liegt.

Zum Schreiben bin ich gekommen durch:
Der besondere Anlass war mein “Aladin” Tagebuch im Alter von neun Jahren. Ein Geschenk meiner Oma. Die Welt ist meine
Inspiration und das Schreiben meine Art sie zu verstehen.

Ich schreibe, weil:
Das Schreiben ist meine Art mich auszudrücken. Ein Ventil, ein Obdach, eine Möglichkeit einen Platz in der Gesellschaft, der Welt zu finden, meine Gedanken zu sortieren und sie nach außen, zu einem Anderen, zu transportieren.

Ich schreibe am liebsten:
Ich probiere mich gerne aus, experimentiere herum und kann allem etwas Positives abgewinnen. Das gilt für Jahreszeiten, sowie für ein Genre gleichermaßen.
Betrachte ich meine momentane Situation, mit dem Hintergedanken, dass ich mich von Tag zu Tag neu kennenlerne, weiter entwickle und wie mein Opa zu sagen pflegte, “von allem einmal koste, um mitreden zu können”, würde ich sagen, ich habe mein Herz selbstverständlich an die Lyrik verloren. Da ist aber noch genügend Platz für weiteres vorhanden.
Meine nächsten Projekte für den Sommer und Winter sind aber klar: Es ist ein neuer Gedichtband mit der Künstlerin Diana Frasek in Arbeit, außerdem ein Bilderbuch und ein Dialogroman, an dem ich außerordentlich gerne im Café arbeite.

Wann, wo und was ich lese:
Interessant ist es da auf Kerstin Scheuers Blog zu verweisen. Sie stellt jeden Donnerstag die Lieblingsleseplätze von Büchermenschen vor: http://bit.ly/18Tvosu und hat selbiges mit meinem getan. So viel kann ich aber sagen: Seitdem wir in San Francisco wohnen, lese ich ganz woanders 😉

Das bringt mich zum Lachen:
Meistens die unbedeutenden, spontanen Momente. Das von der Logik Unfassbare, die Überraschung. Ich habe furchtbar lustige Freunde, die mit einer guten Portion Ironie und der ausgeglichenen Menge an schwarzem Humor ausgestattet sind. Über meine Schusseligkeit können andere ganz gut lachen und ich selbst kann es auch.

Mein ständiger Begleiter:
Ohne Notizblock und Stift gehe ich nicht aus dem Haus. Auch meine Knipsbitch ist ständiger Begleiter. Nach der sehr beeindruckenden Bachelor Arbeit von der Entspannungspädagogin Katharina Eckes (“Glück als Lernziel in der Erwachsenenbildung – Pädagogisches Handeln aus konstruktivistischer Sicht”) definiere ich einen Glücksbringer als das individuelle Mittel, mein Leben zu mögen. Und ich mag es mehr, wenn ich jeden Tag einen anderen Duft auflege. Parfüms sind die Glücksbringer, die mir zum täglichen Glücklichsein verhelfen.

Mein Tipp für Autoren:
Hinsichtlich des Marketings: Nähe zulassen. Dass heißt vor allem mit anderen Autoren und Lesern in den Kontakt gehen und sich durch deren Talent, Anregungen und Verbesserungsvorschläge inspirieren, statt entmutigen zu lassen.

Lektorat und Cover: Man braucht sich ja nur selbst zu fragen, welches Werk man bei einem Kauf vorziehen würde. Ein solches, in dem der Fehlerteufel sein Unwesen getrieben hat und das Cover ein halbherzig dahin gedoktortes Grauen ist oder ein auf Fehler geprüftes und korrigiertes. Mit einem Cover, über das man sich Gedenken gemacht und die Umsetzung in die Hände eines Erfahrenen gelegt hat. Manchmal sind es aber nur Kleinigkeiten, die verbessert werden können und da die eigene Empfindung Täuschungskünstler ist, lohnt es sich diesbezüglich immer Menschen zu befragen, die es ehrlich und fair, statt unehrlich und gut mit einem meinen.

Das mache ich beruflich:
Ich schreibe und bin Erzieherin. Das sollte in diesem Zusammenhang reichen. 🙂

Mein perfekter Tag:
Kaffee kochen, Kalender aufschlagen, To-Do Liste checken, EMails beantworten und frühstücken. Anschließend geradewegs an den Schreibtisch oder Sachen packen, um mich im Café auszubreiten.

Mein epubli Buch:
Mein zweite Veröffentlichung “VollVerdichtet – 66 Kurze” ist ein Gemeinschaftswerk. Liebe Menschen haben daran mitgearbeitet, unter anderen die wundervolle Grafikerin Tanja Kranz. Das Büchlein im Hardcover spricht meine Sprache, weil es meine Gedanken und Träume “voll verdichtet”. Bald werde ich die “66 Kurze” auch noch als praktisches Softcover veröffentlichen.
Die Herzensangelegenheit, die hinter der “Poesie für die Hosentasche” steckt, war mir dabei, Menschen mit Lyrik zu erreichen, denen der Zugang zu Reimen auf dem Weg des Größerwerdens vielleicht abhanden gekommen ist. Der Reim liegt in der Kindheit begründet und es ist nie zu spät, sich ihm noch einmal zu nähern: Denn alles im Leben // hat eine (neue) Chance verdient?! // Eben.
Außerdem macht es sicher auch als Geschenk Andere eine knackige Figur.