Quellenangaben und Fußnoten richtig verwenden

Nach einer erfolgreichen Recherche gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse in Ihrem Text zu verarbeiten. Ob Dissertation, Bachelorarbeit, Sachbuch oder Fachbuch – früher oder später greifen Sie auch auf das Wissen anderer Personen zurück. Eine saubere Quellenangabe ist hierbei wichtig, damit deutlich wird, woher sie Ihr Wissen beziehen.
Um korrekt zu zitieren, müssen Sie einige Aspekte beachten. Wir haben für Sie die wichtigsten Grundlagen zur Quellenangabe zusammengetragen!


Warum muss ich Quellen angeben?

Als Autorin oder Autor eines Fachtextes haben Sie sich umfangreiches Wissen zu einem Thema angeeignet. Das gilt für die Bachelorarbeit wie für das Fachbuch. Doch niemand kann alles wissen, nicht einmal im Ansatz. Große Teile Ihres Wissens beruhen außerdem darauf, was andere vor Ihnen erarbeitet haben. Daher greifen Sie auf das Wissen von Dritten zurück, beispielsweise frühere Studienergebnisse, Statistiken oder Theorien. Wenn in einem Fachtext nichts zitierst ist und keine Quellen angegeben sind, wirkt das nicht nur unseriös, es lässt auch berechtigte Zweifel aufkommen, ob der Text die nötige Substanz hat.
Die Textpassagen, die Fremdwissen enthalten, müssen mit Quellenangabem belegt werden. Unerlässlich ist die Nennung der Autorin oder des Autors. Geschieht dies nicht, begehen Sie ein Plagiat. Quellenangaben sind außerdem
nützlich für Ihre Leser, wenn diese sich näher mit einem genannten Aspekt beschäftigen möchten.

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Wie gebe ich Quellen richtig an?

In der Wissenschaft existieren zahlreiche verschiedene Zitierweisen. Welche Sie in Ihrem Buch anwenden, können Sie für sich selbst entscheiden. Das wichtigste ist, dass Sie den gewählten Stil im ganzen Buch beibehalten, d. h. die Quellenangabe immer auf die gleiche Weise erfolgt. Gegebenenfalls hat sich auch bereits auf Ihrem Fachgebiet eine bestimmte Zitierweise etabliert, auf die Sie zurückgreifen können.

Grundsätzlich wird zwischen sinngemäßen und wörtlichen Zitaten unterschieden. Während Sie beim sinngemäßen Zitieren die Aussage eines Dritten in eigenen Worten wiedergeben, fügen Sie ein wörtliches Zitat unverändert in Anführungszeichen an. Letztere sollten Sie nur sparsam einsetzen. Weiterhin wird meist wird zwischen der amerikanischen und der deutschen Zitierweise differenziert. Bei der amerikanischen Variante, auch Harvard-Zitierweise genannt, geben Sie die Quellen in Klammern direkt im Text an:

  • Sinngemäßes Zitat, Option 1:
    Vor dem Lesen eines Buches weiß niemand, ob es ihm gefällt (Vgl. Mustermann 2010, S. 18).
  • Sinngemäßes Zitat, Option 2:
    Mustermann (2010, S. 18) behauptet, dass vor dem Lesen eines Buches niemand weiß, ob es ihm gefällt.
  • Wörtliches Zitat:
    “Niemand weiß, ob ihm ein Buch gefällt, bevor er es nicht gelesen hat” (Mustermann 2010, S. 18).

Bei der deutschen Belegweise erfolgt die Quellenangabe hingegen in den Fußnoten einer Seite. Dazu wird im Text nach Satzende der entsprechenden Textstelle ein Fußnoten-Verweis eingefügt. Verwenden Sie die Fußnoten-Funktion Ihres Schreibprogramms, um Fußnoten zu erzeugen und diese automatisch zu nummerieren:

¹ Vgl. Mustermann (2010), S. 18.
² Mustermann (2010), S. 18.

Fußnoten können Sie außerdem bzw. bei der Haravard-Zitierweise ausschließlich für ergänzende Anmerkungen verwenden, z. B. für kurze (!) Erläuterungen, weiterführende Literatur, Verweise auf andere Kapitel oder den Anhang. Längere Textpassagen gehören nicht in die Fußnoten!

¹ Vgl. Mustermann (2010), S. 18. Für eine kompakte Übersicht siehe auch Müller/Meyer (2012).
² Siehe hierzu auch Kapitel 3.4.

Alle im Text bzw. in den Fußnoten genannten Quellen müssen Sie am Ende Ihres Buches ausführlich in einem Literaturverzeichnis darstellen. Nur so können Leser ihren Ursprung verfolgen und auf Wunsch etwas nachschlagen. Auch für die Darstellung von Literaturzeichnissen existiert eine Reihe verschiedener Schreibweisen, welche Sie insbesondere im wissenschaftlichen Kontext im Internet nachschlagen können.


Internetquellen

Möchten Sie eine Internetquelle zitieren, gilt eine zusätzliche Vorgabe. Da Internetseiten jederzeit geändert oder gelöscht werden können, müssen Sie angeben, wann Sie die Quelle aufgerufen haben. Dies kann beispielsweise so aussehen:

epubli: Quellenangaben und Fußnoten richtig verwenden, https://www.epubli.de/blog/quellenangabe (abgerufen am 01.01.2020)


Literaturverwaltungssoftware – Quellenangaben leicht gemacht 

Sind Ihnen manuelle Quellenangaben zu mühselig, können Sie auf eine Literaturverwaltungssoftware zurückgreifen. In derartige Programme speisen Sie einmal alle Literaturquellen ausführlich ein. Bei Büchern reicht meist die Eingabe der ISBN, um das Werk in Ihre Literaturübersicht aufzunehmen. Zur besseren Verwaltung können Sie die Titel außerdem häufig gruppieren, mit Schlagworten versehen, Notizen hinzufügen u.v.m.. Sobald Ihr Schreibdokument mit der Software verknüpft ist, können Sie aus einer umfangreichen Liste einen Zitierstil wählen oder einen eigenen anlegen. Mit wenigen Klicks können Sie anschließend die gewünschten Quellen in das Dokument einfügen. Das Literaturverzeichnis wird dabei automatisch für Sie angelegt. Entscheiden Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt für eine andere Belegweise für Ihre Quellen, ändern Sie einfach Ihre Voreinstellungen. Alle bisherigen Quellenangaben und Literaturverzeichnisse werden automatisch dem neuen Stil angepasst.

Zu den bekannten Literaturverwaltungsprogrammen zählen unter anderen Citavi, EndNote und Zotero. Einen aktuellen und umfangreichen Vergleich dieser und weiterer Software bietet die Technische Universität München. So finden Sie die passende Literaturverwaltungssoftware für Ihre Bedürfnisse als Autor.


Quellenangaben machen vielen Angst, da man natürlich nichts falsch machen will. Das gilt für allem für den ersten eigenen Fachtext, der bei vielen die Bachelorarbeit ist, oft aber auch ein Ratgeber oder ein Sach- oder Fachbuch. Doch wenn Sie sich an unsere Vorgaben halten, können Sie wenig falsch machen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!


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11.07.2017 zuletzt geändert am: 29.04.2020 • Christin Haftmann
Kategorien: Schreibtipps,
Tags: Literaturverwaltung, Schreibtipps,