Schreibblockade lösen: Tipps & Tricks zur Überwindung

Die meisten Autorinnen und Autoren haben in ihrem Leben schon einmal eine Schreibblockade gehabt. Das ist ganz normal. Schreiben ist eine Kunst, und wie bei jeder Kunst gilt: Kreativität ist mal mehr und mal weniger vorhanden. Deshalb sollten Sie sich nicht entmutigen lassen, wenn Sie eine Schreibblockade haben. Sehen Sie die Blockade stattdessen als eine Gelegenheit zur Selbstreflexion. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie noch mit Schreibblockaden umgehen können.

Inhalt

  1. Wie Sie eine Schreibblockade überwinden
  2. Kreativitätstechniken

 
 

Wie Sie eine Schreibblockade überwinden

1 Ändern Sie Ihre Denkweise

Das Erste, was Sie tun müssen, wenn Sie eine Schreibblockade haben, ist Ihre Denkweise zu ändern. Anstatt darüber nachzudenken, wie schlecht es ist, eine Blockade zu haben, sollten Sie sich an den Spaß erinnern, den Sie beim Schreiben hatten. Geben Sie Ihre Ideen nicht auf, sondern ordnen Sie Ihre Gedanken neu. Schließlich können Sie schreiben. Sie müssen nur daran glauben, dass Sie diese Schreibblockade überwinden werden.

2 Gönnen Sie sich eine Pause


Machen Sie eine Pause vom Schreiben. Ihre Schreibblockade wird höchstwahrscheinlich nicht verschwinden, wenn Sie weiter zwanghaft versuchen, sie zu lösen. Nehmen Sie sich ein oder zwei Tage eine Auszeit und beschäftigen Sie sich mit anderen Aktivitäten, wie beispielsweise einem Spaziergang oder einem Treffen mit Freunden. Eine andere Option, die Zeit sinnvoll zu nutzen, wäre es, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen. Vorzugsweise etwas, das Sie interessiert, mit dem Sie aber noch nicht vertraut sind. Wenn Sie über etwas lesen, das nicht zu Ihren üblichen Interessen gehört, kann Sie das zu neuen Ideen inspirieren.

3 Reden Sie mit anderen über Ihre Schreibblockade

Tauschen Sie sich mit anderen Menschen aus. Im Gespräch fallen Ihnen möglicherweise neue Ideen ein oder Sie bekommen aufmunternde Worte, die Sie zum Schreiben motivieren werden. Sprechen Sie über Ihre Schreibblockade und was Sie tun wollen, um sie zu überwinden. Auf diese Weise fühlen Sie sich dafür verantwortlich, weiterzuarbeiten und Ihre Maßnahmen umzusetzen.

In der Video-Reihe Schreibtipps unter 5 Minuten gibt Tanja Steinlechner praktische Schreibtipps im Pocket-Format. Hier zum Thema: Schreibblockade überwinden.

4 Organisieren Sie Ihre zukünftige Arbeit

Beginnen Sie damit, eine To-Do-Liste mit allem zu erstellen, was Sie tun müssen, um Ihren Text fertigzustellen. Starten Sie mit den wichtigsten Punkten und arbeiten Sie sich von dort nach unten vor. Für jede Aufgabe, die Sie erledigen, können Sie sich eine kleine Belohnung überlegen. Diese wird Sie motivieren, Ihre Aufgaben abzuarbeiten. Am besten wäre es, wenn Ihre Belohnungen auch mit dem Schreibprozess zusammenhängen.

5 Finden Sie Ihr ideales Umfeld zum Schreiben

Jeder arbeitet unter anderen Bedingungen besser. Wenn Sie die richtige Umgebung finden, werden Sie sich automatisch wohler fühlen. Das könnte ein Café oder eine Bibliothek sein, oder ein Ort, der mit Ihrem Schreibthema zu tun hat. Auch die Tageszeit kann eine Rolle spielen. Arbeiten Sie morgens, nachmittags oder abends besser? Gibt es eine Tageszeit, zu der Ihre Energie und Konzentration am höchsten sind? Finden Sie heraus, was für Sie am besten funktioniert und machen Sie es möglich!

6 Selbstreflexion


Anstatt sich aufzuregen, weil Sie nicht schreiben, schreiben Sie einfach darüber, warum Sie nicht schreiben. Was macht es Ihnen schwer zu schreiben? Fühlen Sie sich uninspiriert? Machen Sie sich Sorgen um die Qualität Ihrer Arbeit? Gibt es zu viele Ablenkungen um Sie herum? Die Beantwortung dieser Fragen könnte Ihnen helfen, in Ihren Schreibprozess zurückzufinden. Das hat den Grund, dass Sie sich mit der Ursache auseinandersetzen.

7 Schreiben Sie über ein anderes Thema

Wenn Sie bei Ihrem Thema nicht weiterkommen, können Sie auch erstmal über etwas anderes Schreiben, um wieder reinzukommen. Wählen Sie etwas, das Sie interessiert oder Schreiben Sie über etwas Belangloses. Es kann auch reichen, Ihren Tag zu beschreiben oder Fakten aufzuzählen. Es geht nur darum, dass Sie überhaupt schreiben und Ihre Motivation wiederfinden.

Tipp: Nehmen Sie am NaNoWriMo teil – dem Monat für Autor*innen. Dort können Sie sich gegenseitig motivieren zu schreiben.

8 Werfen Sie einen Blick in die Vergangenheit

Finden Sie neue Inspiration, indem Sie die Gegenwart verlassen und sich auf die Vergangenheit fokussieren. Biographien und Geschichtsbücher können Ihnen dabei helfen, denn Sie geben Einsicht in vergessene Lehren und Sichtweisen. Vielleicht finden Sie so ein paar Aussagen, die wieder aktuell sind oder eine spannende Basis für die Weiterentwicklung Ihrer Geschichte bieten.

Kreativitätstechniken

Die beste Methode, eine Schreibblockade zu überwinden, sind Kreativitätstechniken. Probieren Sie doch einfach die folgenden drei Kreativitätstechniken aus und sehen Sie selbst!

1 Kreatives Schreiben

kreatives schreibenUnter diesem Begriff werden verschiedene Techniken zusammengefasst, welche die Ideenfindung erleichtern, die Kreativität steigern und gleichzeitig das Sprachgefühl verbessern. Diese Kreativitätstechniken werden häufig in Schreibschulungen für angehende Autoren benutzt. Die wichtigste Grundlage: Lassen Sie sich darauf ein, auf den ersten Blick nichts Sinnvolles zu produzieren.

Brainstorming

Die wohl bekannteste Übung der Kreativitätstechniken ist das Brainstorming. Hierbei notieren Sie sich alle Wörter, welche Ihnen zu einem vorher ausgewählten Thema in den Sinn kommen. Im weiteren Verlauf kategorisieren Sie diese Begriffe, indem Sie übergeordneten Worte aufschreiben und sie mit Linien verbinden, um die Beziehungen der Kategorien zu versinnbildlichen. So entsteht nach und nach eine komplexe Mindmap, die als Grundlage für Ihre Texte dienen kann.

Freewriting

Freewriting wirkt zunächst ein wenig seltsam. Sie setzen sich vor ein leeres Blatt Papier und beginnen zu schreiben. Was geschrieben wird, ist zunächst egal. Wählen Sie als Grundlage spontan ein Thema oder einzelnes Wort aus und notieren Sie sich alles, was Ihnen dazu einfällt. Der Schreibfluss darf dabei nicht abbrechen. Egal, ob Ihnen nur einzelne Wörter einfallen oder überhaupt nichts, der Stift sollte das Papier nicht verlassen.

Detailtexte

Das Ziel von Kreativitätstechniken ist meist nicht das Verfassen eines vollständigen Textes. Bei der Detailtext-Methode nehmen Sie sich als Basis ein einzelnes Wort, meist ein Objekt, eine Person oder eine Eigenschaft, und beschreiben es in fünf Sätzen. Die dabei angefertigten Textabschnitte können später in ein größeres Werk eingefügt werden.

Reizwortanalyse

Die Reizwortanalyse funktioniert am besten in Gruppen. Ähnlich wie beim Brainstorming werden alle Assoziationen zu einem bestimmten Thema notiert. Im Unterschied zum normalen Brainstorming wird nach einem festgelegten Zeitraum (10 bis 20 Minuten) das Thema gewechselt. Ziel ist es, von einem Thema zum nächsten einen fließenden Übergang zu schaffen und dabei neue Verbindungen zu entdecken. Andere beliebte Kreativitätstechniken für Gruppen sind unter anderen die Disney- oder die 6-3-5-Methode.

Wortschatzerweiterung

Verbessern Sie Ihre Texte, durch neue und inspirierende Wörter. Diese können Sie beispielsweise bei deutsch-perfekt.com finden und dann in Ihre Texte einbauen. Wenn Ihnen das Resultat am Ende nicht gefällt, können Sie das Wort auch ganz leicht ändern oder weglassen.

Semantische Intuition

Schöpfen Sie Kreativität aus Neologismen: Legen Sie sich eine Liste mit Wörtern aus Ihrem Themenbereich an. Ziehen Sie per Zufallsprinzip zwei Wörter und setzen sie zu einem neuen Wort zusammen. Nicht jedes neue Wort wird Ihnen eine gute Idee bringen, deshalb legen Sie am besten eine große Liste an. Diese Methode nennt sich Semantische Intuition und stammt aus der Produktwelt, jedoch lässt sie sich gut auf neue Wortfindungen, beispielsweise für kurze Buchtitel oder Fantasy Romane, übertragen. Die Wörter müssen nicht unbedingt Sinn ergeben, Hauptsache Sie werden durch sie inspiriert.

Das Karteikarten-Prinzip

Das Karteikarten-Prinzip funktioniert wie folgt: Notieren Sie zuerst eigene Ideen für Themen und eigene Zitate auf Karteikarten. Sie können auch unterwegs immer einen kleinen Stapel Karten dabei haben. Jeder Einfall ist hilfreich. Sortieren Sie dann alle Karten Zuhause in einen Karteikasten ein. Mischen Sie Ihre eigenen Zitate mit solchen von Persönlichkeiten, die Sie beeindruckend finden. Ziehen Sie hier von Zeit zu Zeit zwei Karten nach dem Zufallsprinzip aus dem Kasten und kombinieren Sie sie miteinander. Sie dürfen gespannt sein, auf welche Gedanken Sie die gezogene Kombination bringt.

2 Perspektivwechsel

perspektivwechselHäufige Bremsen der Kreativität sind eine eingeschränkte Sichtweise und das Heranziehen bekannter Fakten und Erfahrungen. In vielen Geschichten müssen Sie als Autor in die Perspektive Ihrer Charaktere schlüpfen. Mit Kreativitätstechniken wie dem Perspektivwechsel kann das gut trainiert werden. Was wäre, wenn ich nicht wüsste, was ein Fernseher ist und vor allem, wie man ihn bedient? Das Abschütteln bekannter Muster und das unvoreingenommene Betrachten alltäglicher Dinge kann zu einer ganzen Flut neuer Ideen führen.

3 Kaskadenfragen

Die Methode der Kaskadenfragen zeigt, dass Kreativitätstechniken auch ganz simpel sein können und Sie nicht immer um die Ecke denken müssen. Mit Hilfe von Kaskadenfragen können ganze Seiten mit Banalitäten gefüllt werden. Besonders Kinder beherrschen sie in Perfektion und gehen Erwachsenen damit häufig auf die Nerven, welche sich schneller mit einer Antwort zufriedengeben. Manchmal ist es sinnvoll, wieder in dieses Muster zu verfallen und einfach immer weiter zu bohren.

  • Wie?
  • Warum?
  • Wieso?
  • Wo?
  • Wann?
  • Weshalb?

Jede Frage kann anders beantwortet werden und zieht neue Fragen mit anderen Antworten nach sich. Diese Methode eignet sich besonders gut, um mögliche Fehler im Aufbau Ihres Textes zu finden und von vornherein auszuschließen.

Bei der Anwendung von Kreativitätstechniken ist es außerdem immer wichtig, die aufkommenden Ideen nicht gleich zu werten, sondern alles aufzuschreiben, was Ihnen in den Sinn kommt. Es gilt also Quantität vor Qualität und je mehr, desto besser. Denn so erhöht sich Ihre Chance am Ende auch die eine “gute” Idee aus allen Gedanken herauszufiltern.  Wenn Sie Kreativitätstechniken in einer Gruppe ausprobieren wollen, denken Sie auch hier daran, Ideen Ihrer Mitstreiter nicht gleich zu kritisieren und sie immer ausreden zu lassen.

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20.08.2015 zuletzt geändert am: 22.04.2022 • Christin Haftmann
Kategorien: Schreibtipps,
Tags: Schreibblockade, Schreiben, Schreibtipps,