Schreiben unter Pseudonym

Schreiben unter Pseudonym

ein Gastbeitrag von Annie Stone

Als ich im Winter angefangen habe, „Writing her own story“ zu schreiben, wusste ich nicht, was daraus wird. Ich habe einfach so ins Blaue hineingeschrieben ohne irgendeine Absicht. Ich hatte nicht mal wirklich erwartet, dass ich die Geschichte zu Ende schreiben würde, weil ich bisher nie meine Storys beendet habe. Es gibt jede Menge Fragmente, aber so lange man nicht Büchner heißt, kam man damit nichts reißen.

Dann war sie doch beendet. Was macht man mit einer fertigen Geschichte? Ich habe begonnen, mich mit Selfpublishing auseinanderzusetzen und war von dieser Möglichkeit mehr als begeistert. Die einzige Frage, die ich mir stellte, war, was ist mit dem Namen?

Ich arbeite in einem Bereich, bei dem es nicht gut wäre, wenn bekannt würde, dass ich erotische Liebesromane schreibe. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht zu meinen Werken stehe, denn das tue ich! Ich würde nichts schreiben, was ich nicht auch vertreten kann. Leider ist es aber so, dass man in seinem Leben nicht nur auf Menschen trifft, die einem wohlgesonnen sind, die einem nur das Beste wünschen, sondern man trifft auch auf Neider und Hater und allerlei Menschen, die versuchen, einen selbst zu demontieren.

So lange ich noch in diesem Job, der mir immer viel Spaß gemacht hat, arbeiten will, brauche ich eine so weiße Weste wie möglich. Daher war von Anfang an klar, dass ich ein Pseudonym brauche. Ich habe mich für Annie Stone aus verschiedenen Gründen entschieden.

  1. Der Vorname ist so nah an meinem Vornamen, dass ich reagieren würde, wenn mich jemand so anspricht. Das wäre bei Lisa nicht der Fall.
  2. Ich habe einen englischen Namen gewählt, weil ich eine hoffnungslose Optimistin bin und hoffe, dass mein Buch es irgendwann auf den englischsprachigen Markt schafft.
  3. Obwohl es die Bücher momentan nur in deutscher Sprache gibt, glaube ich, dass es bei der Dominanz der englischsprachigen Romanceautor*innen ein Marketingvorteil ist, wenn man ebenfalls einen englischen Namen verwendet.
  4. Ich wollte einen „leichten“ Namen. Etwas, dass sowohl deutsche als auch englische Leser*innen leicht aussprechen können, so dass man meinen Namen leicht über die Zunge bringen (oder auch schreiben) kann. Und man sieht tatsächlich den Effekt. Wenn jemand im Sozialen Netz meine Bücher empfiehlt, schreiben sie fast immer mein Pseudonym und nicht den Buchtitel.

Ich weiß nicht, ob die Wahl des Pseudonyms wirklich viel zum Erfolg eines Buches beiträgt, aber ich glaube, dass ich für mich das perfekte Pseudonym gewählt habe.

Bei der Verwendung eines Pseudonyms stellt sich für Indie-Autor*innen die Frage, wie man in Kontakt mit den Leser*innen kommen kann, wenn man im Social Web nur eine lila Blume ist. Im Grunde wollen sie ja alles von dir wissen, um sich dir verbunden zu fühlen. Wenn man aber ein striktes Pseudonym hat, ist es schwer, die Person hinter dem Namen zu erkennen.

Ich bin zwar nur eine lila Blume, aber alles, was ich schreibe, ist die Wahrheit. Ob ich es auf meinem Blog schreibe oder in sozialen Netzwerken, wenn ich mich dafür entscheide, eine Information preiszugeben, dann ist es die Wahrheit. Ich denke, das spüren die Leser*innen irgendwie. Ich kommentiere alle Posts auf meiner Seite, antworte auf jede Email und jede Nachricht, schreibe in Buchgruppen, aber nicht als Marketingzweck, obwohl das natürlich alles Marketing ist. Aber ich tue das, weil es mir wichtig ist, Kontakt zu den Menschen zu haben, die meine Bücher lesen und auch ein bisschen was zurück zu geben. Und es macht mir Spaß, sehr viel Spaß.

Annie Stones erotischer Liebesroman „Writing her own story“ ist im April bei epubli erschienen.