Self-Branding - vom Autor zur Marke

Eine Marke ist laut Duden eine “unter einem bestimmten Namen, Warenzeichen hergestellte Warensorte”. Sie dient also der Erkennung eines Produkts und dessen Merkmalen. Denken wir zum Beispiel an die Marke Apple, erwarten wir die neueste Technologie kombiniert mit einem trendigen, eleganten Design zu höheren Preisen. Allein der Name reicht also aus, um Assoziationen und Erwartungen zu schüren. Dieses Prinzip beschränkt sich nicht nur auf Produkte, sondern auch auf Menschen wie Ihnen als Autoren. Haben die Leser einmal gefallen an Ihren Büchern gefunden, erwarten sie beim nächsten Werk die gleiche Qualität, z. B. den gleichen Schreibstil oder das gleiche Genre. Um diesen Effekt zu unterstützen, sollten Sie sich aktiv bemühen, die Marke Autor entstehen zu lassen. Und hier kommt das Self-Branding ins Spiel.

Was ist Self-Branding?

Beim Self-Branding geht es darum, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden und diese für die eigenen Ziele zu nutzen, indem die Stärken mit anderen, wie Ihren Lesern, kommuniziert werden. Ihre Marke ist ein Versprechen an Ihre Leser. Sie sagt ihnen, was diese von Ihnen und Ihren Büchern erwarten können und was Sie von Ihren Konkurrenten unterscheidet. Wer sind Sie? Für was wollen Sie bekannt sein? Wie sollen Ihre Leser Sie wahrnehmen? Diese Fragen sollte Ihre Marke beantworten.

Vorteile beim Self-Branding

Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht – jeder von uns hat seine persönliche Marke. Wer sich allerdings bewusst mit Self-Branding beschäftigt, kann einiges erreichen:

Geben Sie sich eine Stimme, indem Sie einen eigenen Schreibstil und Ton kultivieren. Mit Self-Branding erleichtern Sie Ihren Lesern die Identifikation Ihrer Bücher zwischen all den anderen Publikationen Ihrer Autorenkollegen. Zudem können Sie so auch neue Leser für sich und Ihre Bücher gewinnen. Bis zu einem gewissen Grad können Sie kontrollieren, wie Ihre Umwelt Sie wahrnimmt. Die Entscheidung, was und wie viel Sie von sich preisgeben liegt ganz bei Ihnen.

Self-Branding Schritt-für-Schritt

  1. Sich selbst finden

Zuerst müssen Sie sich selber besser kennenlernen. Machen Sie sich eine Liste Ihrer Talente und Stärken. Dabei kann es auch helfen, sich die besten Ereignisse im Leben vor Augen zu führen und dann zu überlegen, welche Fähigkeiten Sie an diese Punkte gebracht haben. Schnell werden Sie ein Schema oder thematische Zuordnungen erkennen. Als Autor ist wahrscheinlich das Schreiben eines Ihrer Stärken. Verbinden Sie Ihre Stärken nun mit Werten, die Ihnen wichtig sind. Wofür bewundern Sie andere? Indem Sie sich das fragen, können Sie sich Schlüsse auf Ihre eigenen Werte ziehen. Setzen Sie einen Fokus und komprimieren Sie Ihre Liste. Sie können schließlich nicht immer allen Eigenschaften auf einmal gerecht werden. Denken Sie ebenfalls zukunftsorientiert. Ihre Marke sollte es erlauben, Neues auszuprobieren, z. B. in anderen Genren zu schreiben. Wenn Sie bereits sehr breit aufgestellt sind, können Sie auch überlegen mehrere Marken zu definieren.

  1. Maßnahmen planen

Nun sollte Ihr Konzept für Ihre Marke stehen und es ist an der Zeit, dieses zu verinnerlichen und zu leben. All Ihre Marketing-Maßnahmen sollten auch diesem Konzept basieren. Erstellen Sie sich dazu einen Redaktionsplan, um den Überblick zu behalten, eventuelle Lücken zu finden und immer Ihr Ziel vor Augen zu haben. Denken Sie beim Erstellen Ihrer Online-Präsenzen, Bildern, Videos etc. an einen einheitlichen Look, der Ihre Marke und Ihre Geschichte unterstreicht und nicht davon ablenkt. Steht der Launch Ihrer Webseite erst noch bevor, sollte auch dieser gut geplant und mit Marketing-Aktivitäten untermauert sein. Informieren Sie Ihre Leser rechtzeitig darüber, versenden Sie Pressemitteilungen und zelebrieren Sie mit Gewinnspielen und anderen Angeboten. Schauen Sie auch über Ihren Tellerrand hinaus. Was machen andere Autoren, um ihr Buch erfolgreich zu promoten?

  1. Die Marke im Auge behalten

Gehen Sie immer sicher, dass Sie Ihr Konzept und Ihren Marketing-Plan verfolgen und ggf. überarbeiten und neuen Gegebenheiten anpassen. Beenden Sie Projekte und Kooperationen, die Ihre Ziele nicht voranbringen und suchen Sie sich neue Möglichkeiten Ihr Können unter Beweis zu stellen. Kommunizieren Sie außerdem aktiv mit Ihren Lesern und Fans. Lernen Sie von ihnen und fördern Sie Feedback. Zeigen Sie sich und Ihre Werke immer von der besten Seiten und bleiben Sie auch bei negativen Rückmeldungen professionell.

Self-Branding braucht Zeit und Ausdauer. Als Belohnung erhalten Sie aber die Unterstützung Ihrer loyalen Leserschaft und eine Portion neues Selbstvertrauen.

Quellen: Petra Wüst, Duden, publishingtalk, yourwriterplatform, badredheadmedia


03.02.2014 zuletzt geändert am: 08.07.2016 • epubli
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