Self-Publishing Autoren in Buchhandlungen

Häufig ist es für unbekannte Autoren schwierig überhaupt in einer Buchhandlung platziert zu werden. Vor diesem Problem stehen nicht nur Self-Publisher, sondern auch Autoren aus klassischen Verlagen, da sie tendenziell immer mehr Eigeninitiative bei der Vermarktung ihrer Bücher beweisen müssen. Buchverlage hingegen zahlen – gerade bei den großen Buchhandelsketten – für eine prominente Platzierung nicht selten sehr viel Geld. Das es auch anders geht zeigt der Artikel Romancing the Bookseller („Umschmeicheln des Buchhändlers“) der Internetplattform Publishing Perspectives. Erfolgreiche Autoren und Buchhändler berichten von ihren Erfahrungen und geben Tipps im Umgang mit dem klassischen Buchhandel. Die 8 wichtigsten Aussagen für Sie auf einen Blick:

Führen Sie neutrale Gespräche und keine Verkaufsveranstaltungen

Buchhändler lieben in erster Linie Bücher und nicht Autoren. Daher empfinden sie aufwendige Promotion-Aktionen oft als unangenehm. Laut Lee Child, Nummer-1-Bestseller Autor, sorgen neutrale Gespräche über die Lesegewohnheiten, persönliche Empfehlungen und die allgemeine Wertschätzung des Buchhändlers eher dazu, dass auch für den Autor Sympathien geweckt werden. Danken Sie Ihrem Buchhändler dafür, dass er nicht nur Ihr Buch verkauft, sondern allgemein Bücher.

Seien Sie freundlich und bleiben Sie im Gedächtnis

Immer wenn man in einer Buchhandlung ist, sollte man ein Buch kaufen und dabei freundlich sein. Nach und nach bleibt man den Mitarbeitern und dem Besitzer im Gedächtnis und kann so ein gutes Verhältnis aufbauen. Auf dieser Basis sind Gespräche über die Aufnahme des eigenen Buches in das Sortiment viel leichter.

Suche den Kontakt zu allen Mitarbeitern

Nicht nur der Eigentümer einer Buchhandlung entscheidet darüber, ob ein Titel ins Sortiment aufgenommen wird oder nicht. Auch die einzelnen Mitarbeiter spielen bei diesem Prozess eine Rolle. Deshalb sollten Sie die Namen der Personen kennen, viele Hände schütteln und höflich sein. Sollte die Buchhandlung Ihnen die Gelegenheit geben, eine Lesung zu veranstalten, ist es eine nette Idee, Knabbereien für die Angestellten zu besorgen, da sie nachdem alle gegangen sind, die Buchhandlung wieder aufräumen müssen.

Verlieren Sie nicht die Fassung

Auch wenn bei einer Lesung alles schiefzugehen droht, die Buchhandlung vergessen hat, Ihr Buch zu bestellen und alle Plätze leer sind: bewahren Sie Ihre Fassung. Wessen Schuld auch immer es ist, eine zukünftige Zusammenarbeit wird einfacher, wenn man diese Situation ohne große Konflikte meistert. Einfach höflich bleiben und gemeinsam überlegen, was beim nächsten Mal anders laufen sollte.

Seien Sie Sie selbst

Verstellen Sie sich nicht, sondern zeigen Sie den Buchhändlern, was für ein Mensch Sie sind. Auf diese Weise kann kaum etwas schief gehen. Das funktioniert am besten mit möglichst häufigen persönlichen Besuchen und Briefen.

Verteilen Sie nicht wahllos Give-aways

Teuer produzierte Give-aways erfüllen in Buchhandlung eher selten ihren Zweck. Keine Buchhandlung hat genug Platz, um alle kleinen Zugaben zu den Büchern zu lagern, geschweige denn angemessen für die Leser zu präsentieren. Sinnvoller ist es, sein Geld in Kopien von Büchern zu investieren und diese an die Buchhändler zum Lesen zu schicken. Es geht in erster Linie um das Buch und das Leseerlebnis.

Kooperieren Sie mit dem Buchhändler

Überlassen Sie nicht nur der Buchhandlung die Arbeit und lehnen sich zurück. Beteiligen Sie sich aktiv daran Leser und Zuhörer für Lesungen zu gewinnen. So entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Suchen Sie Kontakt auf allen Ebenen

Sowohl im Offline- als auch im Online-Bereich sollte der intensive Kontakt gesucht werden. Es bietet sich nach einer Lesung nicht nur an, der Buchhandlung zu danken, sondern gleichzeitig das Publikum zum Kauf von Büchern (nicht nur dem eigenen) zu ermuntern. In der Social Media-Welt können Buchhandlungen ebenfalls in den Kommunikationsprozess integriert werden. Mittlerweile sind auch viele Buchhandlungen bei Facebook vertreten. Nutzen Sie die Möglichkeiten von sozialen Netzwerken!

Unser Tipp: Versuchen Sie es vor allem bei unabhängigen Buchhandlungen. Dort sind meistens die Entscheidungswege sehr kurz und Sie kommen direkt in den Kontakt mit den richtigen Ansprechpartnern. Bei großen Buchhandelsketten ist das oft schwierig.

Erfolgsbeispiel: Die epubli-Autorin Ulrike Eichhorn hat es bereits geschafft, dass ihr Buch in der Thalia-Filiale “Haus des Buches” in Dresden dauerhaft im Sortiment ist. Durch Ihr persönliches Engagement konnte sie den Buchhändler überzeugen, das Buch “Das Lohengrinhaus in Graupa und das Richard-Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund – Sizzo Stief: Erforschtes und Erlebtes” aufzunehmen. Das Buch befindet sich im Eingangsbereich der regionalen Literatur.

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13.03.2013 zuletzt geändert am: 14.10.2020 • epubli
Kategorien: Offline Marketing, vermarkten,
Tags: Buchmarketing, Marketing, self-publishing,