Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Recherche

Eine gute Recherche ist nicht nur für Journalisten essentiell. Auch jeder Autor sollte dieses Werkzeug beherrschen. Je weniger Sie aus Ihren eigenen Erfahrungen schöpfen können, desto wichtiger werden fundierte Quellen. Was Sie alles bei der Recherche beachten sollten und welche Tools Ihnen dabei helfen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Planen Sie Ihre Recherche!

Bevor Sie mit der Recherche für Ihren Plot oder gar das Schreiben beginnen, sollten Sie herausfinden, für wen und in welchem Genre Sie schreiben wollen. Werfen Sie einen Blick in andere Bücher, um festzustellen, ob Ihr Schreibstil der Kategorie und der Zielgruppe gerecht wird.

Haben Sie diesen Schritt erfolgreich abgearbeitet, können Sie mit der eigentlichen Recherche beginnen! Um nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich, einen extra Ordner anzulegen, in dem Sie all die gewonnenen Informationen sammeln und sortieren können. Machen Sie sich dazu eine Liste von Themen, Orten, Personen etc, die einer Nachforschung bedürfen. Diese können Sie nach und nach abarbeiten. Schreiben Sie auch Fragen auf, die Sie ggf. einem Experten stellen können. Notieren Sie zur entsprechenden Frage die Kapitelnummer, sofern Sie bereits mit Ihrem Schreibprozess vorangeschritten sind. So können Sie später die neuen Informationen schnell einarbeiten.

So spannend das Recherchieren auch sein kann – vergessen Sie das Schreiben nicht! Um dem entgegenzuwirken, können Sie sich einen Zeitplan aufstellen, in dem Sie notieren, an welchen Tagen und bestenfalls auch wie viel Zeit Sie zum Schreiben und zum Recherchieren investieren wollen. Damit Sie bei einzelnen Aufgaben nicht die Zeit überschreiten, wäre es auch eine Möglichkeit sich einen Wecker zu stellen.

“So recherchieren Autoren erfolgreich für das nächste Buch!”
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Quellen und Tools, die Ihnen die Recherche erleichtern:

  1. Bibliotheken

Nutzen Sie die Bibliothekskataloge, um Buchtitel zu Ihrem Thema in einer bestimmten Bibliothek zu finden. Aufsätze werden jedoch nicht im Bestandsverzeichnis abgebildet. Einige Bibliotheken bieten Seminare zur effizienten Suche. Nutzen Sie diese oder wenden Sie sich an die Bibliothekare!

>> Deutsche National Bibliothek

>> Katalog des „Gemeinsamen Bibliotheksverbundes “ Anlaufstation für Fernleihen

>> Worldcat mit weltweiter Suche

  1. Zeitschriften

In Zeitschriften finden Sie Aufsätze, Tagungsberichte und Artikel. Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) bietet Zugang zu ca. 55.000 Online-Zeitschriften für verschiedene Themen und Fachgebiete. Viele der Zeitschriften sind online frei zugänglich. Ein Großteil von Artikeln können Sie auch über die Suche der oben genannten Bibliotheken ausmachen. Im Gegensatz zu Büchern finden Sie hier neuere Informationen und Studien, aufgrund des kleineren Erscheinungsintervalls.

>> Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)

  1. Internet

Bei jeder Online-Suche sollten Sie die “Erweiterte Suche” nutzen, um Ihre Suchergebnisse einzugrenzen. Eine hohe Trefferbezahl bedeutet nicht, dass Sie auch die beste Antwort auf Ihre Frage bekommen. Google indiziert nur etwa 10% des Internets. Führen Sie sich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Suchmaschinen vor Auge. Welches Ranking ist für die Beantwortung Ihrer Frage sinnvoll?

>> Google Scholar mit akademischem Ranking

>> Google Books enthält viele Bücher im Volltext

Alternative Suchmaschinen:

>> Yippy sortiert die Ergebnisse nach Themenblocken

>> Metager als Meta-Suchmaschine

  1. Interviews

Sammeln Sie während Ihrer Recherche Kontaktdaten zu Experten wie Historikern, Polizisten und Ärzte etc, die Sie zu späterem Zeitpunkt befragen können. Um das Lebensgefühl von Personen in einer Region allgemein zu erfassen, können Sie aber auch Bewohner und Nachbarn befragen. Nutzen Sie dazu den von Ihnen zuvor erstellten Fragenkatalog. Bevor Sie jedoch ein Interview durchführen, sollten Sie erst einmal durch eigenes Nachforschen so viele dieser Fragen wie möglich beantworten. Der Experte kann Ihnen dann weitere und detailliertere Auskünfte erteilen. Auch wenn Sie sich natürlich bei der Befragung Notizen machen, ist es ratsam, das Interview aufzunehmen. Im Anschluss kann dieses transkribiert werden, sodass Ihnen das Gesagte schriftlich vorliegt.

  1. weitere Möglichkeiten

Packen Sie Ihre Digitalkamera ein und machen Sie sich auf die Reise! Damit Sie das Gefühl von Orten, Regionen usw. besser erfassen können, ist es am besten sich ein eigenes Bild zu machen. Wie sieht es dort aus? Wie fühlt sich die Atmosphäre an? Wie riecht es? Dadurch können Sie Schauplätze ausführlicher beschreiben und auch dem Leser das richtige Gefühl vermitteln. Liegt Ihr Schauplatz in der Vergangenheit, lesen Sie andere Werke und sehen Sie sich verschiedene Gemälde aus dieser Zeit an.

Egal, welche Art von Quellen Sie nutzen, vertrauen Sie vor allem im Internet nicht blindlinks jeder Seite. Seien Sie kritisch und hinterfragen Sie den Wahrheitsgehalt der Informationen. Je mehr Quellen das gleiche berichten, desto höher liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Angaben wahrheitsgemäß sind. Fachliteratur ist dabei natürlich vertrauenswürdiger als persönliche Meinungen aus Chats, Blogs und Foren. Für Ihre nächsten Recherchen empfiehlt es sich, die “besten” Quellen zu notieren oder als Lesezeichen zu speichern. Social Bookmarking-Tools helfen beim Sortieren und Überblick behalten.

Im Internet finden Sie auch weitere zahlreiche Praxistipps zum Umgang mit Suchmaschinen. Zum Beispiel

>> “15 Tipps zur richtigen Suche bei Google”

>> “Die Google-Suche im Griff”

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Quellen: the Guardian, Mary Carroll Moore, Kelly Gardiner, Yahoo (Shelly K.)


05.09.2013 zuletzt geändert am: 26.07.2018 • Christin Haftmann
Kategorien: Schreibtipps,
Tags: Recherche, Tipps & Tricks,